Wieder Tote bei Angriffen auf Christen in Nigeria

Kapstadt/Abuja - Nach dem Ablauf eines dreitägigen Ultimatums gegen die Christen im Nordosten Nigerias reißen die Angriffe islamistischer Extremisten nicht ab:

In der Nacht zum Samstag wurden nach Berichten des nigerianischen Rundfunks bei einem Anschlag sowie bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Islamisten dutzende Menschen getötet und viele weitere verletzt.

Bei einem bewaffneten Überfall auf eine Kirche im Bundesstaat Adamawa wurden laut Medienberichten acht Menschen getötet. Die Regierung verhängte am Samstag eine nächtliche Ausgangssperre in Yola, der Hauptstadt des Bundesstaates. Der Polizeichef von Adamawa, Ade T. Shinaba, betonte gegenüber der nigerianischen Zeitung “Guardian“, dass für alle jüngsten Attacken die radikalislamische Sekte Boko Haram verantwortlich sei.

Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil und das Christentum strikt ab. Die Sekte bezeichnet sich als “nigerianische Taliban“ und terrorisiert schon seit Jahren den Norden Nigerias. Über Weihnachten hatte sie bei mehreren Bombenanschlägen auf Kirchen insgesamt mehr als 50 Menschen getötet. Daraufhin verhängte Präsident Goodluck Jonathan vorübergehend den Ausnahmezustand über vier Regionen und ließ die Grenzen zu Nachbarländern schließen.

Die nigerianischen Sicherheitskräfte setzten am Samstag ihre Offensive gegen Hochburgen der Boko Haram fort. Bei verschiedenen bewaffneten Zusammenstößen mit Anhängern der Organisation, der Verbindungen auch zur Terrororganisation Al-Kaida nachgesagt werden, gab es nach nigerianischen Medienberichten mehrere Todesopfer. Die Behörden bestätigten das allerdings nicht.

Am Freitag hatten Unbekannte mindestens 16 Menschen in einem Rathaus in der nördlichen Stadt Mubi erschossen. Am Donnerstagabend waren sechs Menschen bei einem Anschlag auf eine Kirche in der Stadt Gombe getötet worden. Zehn weitere wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwer. Unter den Opfern sei auch die Frau des Pastors, sagte Ishaya Bako, ein Mitarbeiter der Kirche, der Nachrichtenagentur dpa.

Boko Haram hatte am Montag den Christen im Norden ein Ultimatum gestellt: Sie sollten innerhalb von drei Tagen die Region verlassen, sonst würden weitere Angriffe folgen. Bereits am Mittwoch waren drei Bomben in den nördlichen Städten Maiduguri und Damaturu explodiert. Dabei gab es keine Todesopfer.

dpa

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