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Wieder Herdentiere in Hessisch Lichtenau gerissen: DNA-Test bestätigt Wolf als Täter

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Nun ist es bestätigt: Zwergziege Charly wurde im April von einem Wolf gerissen.
Nun ist es bestätigt: Zwergziege Charly wurde im April von einem Wolf gerissen. © Gert Merkel

Mitte April fand Hobyschäferin Yvonne Söder drei ihrer Tiere tot auf der Weide in Hessisch Lichtenau bei Kassel. Nun wurde bestätigt, dass ein Wolf der Täter war.

Hessisch-Lichtenau - Isegrim fühlt sich offenbar wohl in Hessisch Lichtenau in Hessen. Die Angriffe auf Herdentiere wie Schafe oder Ziegen häufen sich. Jetzt wurde erneut ein Wolf für einen kürzlichen Angriff bestätigt. 

Dass die drei Tiere von Hobbyschäferin Yvonne Söder aus dem Hessisch Lichtenauer Ortsteil Walburg im Norden von Hessen im April von einem Wolf gerissen worden sind, belegt jetzt ein DNA-Test. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie veröffentlichte das Ergebnis der Genanalyse auf seiner Webseite.

Wolf in Hessen: Die Kehle durchgebissen

Schäferin Söder fand zwei ihrer Ziegen und ein Schaf an einem Freitagmorgen, 17. 04.2020, tot auf einer Weide bei Walburg in Hessen. Kurz zuvor war bereits eine eine Ziege mit blutigen Verletzungen am Hinterteil im Stall gefunden worden. Sie dachte sofort an einen Wolf. 

Zwei der Tiere wurden mit einem Biss an die Kehle getötet. Das dritte Tier war unverletzt. Der herbeigerufene Sachverständige Gerhard Becker aus Melsungen vermutete bei der Begutachtung der Leiche einen Herzschlag aufgrund von Stress. 

Becker nahm vor Ort Proben von den Opfern und schickte sie in das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen in Hessen zur genetischen Analyse. 

Wolf in Hessen: Gentest belegt Wolf als Täter

Das Forschungsinstitut in Hessen konnte anhand der Proben der Ziegen nun den genetische Beweis erbringen, dass ein Wolf für den Riss verantwortlich ist. Ob der Täter der "Stölzinger Wolf" ist, kann noch nicht gesagt werden. Das Ergebnis, ob der Fall einem konkreten Tier zugeordnet werden kann, ist erst in rund zwei Wochen zu erwarten. 

Die Ergebnisse der Analyen sind einsehbar beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

Wolf in Hessen: Mehrere Angriffe in Hessisch Lichtenau

Schäfer und Hirten haben in Hessisch Lichtenau im Norden von Hessen schwer mit dem Wolf zu kämpfen.  Ende April wurden im Ortsteil Hopfelde mehrere Schafsherden angegriffen. Ein Raubtier tötete ein Mutterschaf und sieben Lämmer aus der 500 Schafe zählenden Herde von Alexander Schlauch. Auch Ortsvorsteher und Schäfer Udo Eberhardt verlor ein Schaf aus seiner Herde. 

Als Täter wird wieder der Wolf vermutet. Die Tiere waren zum Teil stark angefressen und einige wiesen Bissspuren an der Kehle auf. Die Lämmer wurden offenbar zu Tode gehetzt. 

Die Weide von Schlauch war vorschriftsmäßig eingezäunt. Der Herdenschutzhund wegen der Lämmer allerdings eingesperrt. Auch dort entnahm der Sachverständige Gerhard Becker Proben. Die Ergebnisse stehen noch aus.

In Deutschland ist es verboten sogenannte Wolf-Hybriden* zu halten. Jetzt hat eine Stiftung für Bären zwei dieser Tiere aus einer illegalen Haltung gerettet. 

Die Stölzinger Wölfin ist mittlerweile auf dem gesamten nordhessischen Gebirgszug* unterwegs. Das ergeben die Analysen.

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktions-Netzwerkes

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