Zollitsch verteidigt Kosten für Papst-Besuch

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, dämpft die Hoffnung auf schnelle Reformen in der katholischen Kirche

Berlin - Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat die Millionenkosten für den Besuch des Papstes in Deutschland verteidigt. Außerdem kündigte er einen "Benedikt-Fonds" an.

“Es wird keine Mittelkürzung für die Menschen in Ostafrika wegen des Papst-Besuches geben“, sagte Zollitsch am Mittwoch in Berlin. Der viertägige Besuch werde die katholische Kirche 25 bis 30 Millionen Euro kosten. Diese Summe sei auch angesichts der Hungersnot in Ostafrika zu rechtfertigen, da ein “Glaubensfest, an dem 250.000 Menschen teilnehmen, auch etwas Geld kostet“, fügte er hinzu.

Zollitsch kündigte einen “Benedikt-Fonds“ an, in den Kollekten und andere Spenden für die Hungernden am Horn von Afrika fließen sollten. Diese Mittel sollen Zollitsch zufolge direkt an den Papst für die Hilfe in Ostafrika gehen.

Zollitsch dämpft Hoffnungen auf Reformen

Kurz vor dem Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. dämpfen die deutschen Bischöfe die Hoffnung auf schnellen Reformen. Die Zulassung von evangelischen Ehepartnern und geschiedenen Katholiken zum katholischen Abendmahl werde wohl noch einige Zeit dauern. “Diese Fragen beschäftigen uns“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, der in Berlin erscheinenden Tageszeitung Die Welt. “Wir wollen sie nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben, aber wir brauchen entsprechende Zeit, um das seriös zu lösen.“

Positiv reagierte Zollitsch auf Überlegungen in der evangelischen Kirche, den Papst als Ehrenoberhaupt anzuerkennen. “Wenn sich da etwas entwickeln würde, so würde ich das als ein schönes Zeichen sehen. Der Papst wird ja schon von einer breiten Weltöffentlichkeit als Sprecher der Christenheit verstanden“, sagte der Freiburger Erzbischof. Zollitsch erhofft sich einen ökumenischen Impuls vom Besuch des Papstes. Er könne sich vorstellen, “dass aus der Begegnung mit den Vertretern der evangelischen Kirchen ein Auftrag erwächst, gemeinsam noch einige Dinge aufzuarbeiten, die uns trennen“, sagte er.

dpa/dapd

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