Asse: Viel mehr Atommüll als angenommen!

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Im Atommülllager Asse lagert zehnmal mehr radioaktiver Müll als angenommen

Hannover/München - Schockierende Zahlen: Nach einem Bericht des ehemaligen Betreibers lagert zehnmal mehr radioaktives Material im Atommülllager Asse als bislang angenommen!

In das einsturzgefährdete Atommülllager Asse ist zehnmal mehr mittelradioaktiver Müll eingelagert worden als bislang angenommen. Ein neuer Bericht des Helmholtz Zentrums zum radioaktiven Inventar in dem ehemaligen Salzbergwerk bei Wolfenbüttel beziffert zudem die Zahl der Atommüllfässer mit einer zusätzlichen “verlorenen Betonabschirmung“ auf genau 14.779 Stück. Im ersten Genehmigungsantrag für die Einlagerung dieser Art Behälter seien ausdrücklich “600 Fass mittelradioaktive Abfallstoffe“ genannt worden, heißt es in dem Bericht. Definitionsgemäß seien dann alle Behälter mit verlorener Betonabschirmung “für mittelradioaktive Stoffen bestimmt“ gewesen.

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Das Bundesamt für Strahlenschutz als Betreiber und das für die Aufsicht zuständige Land Niedersachsen gingen bislang davon aus, dass in dem Bergwerk lediglich insgesamt 1.293 Fässer mit mittelradioaktiven deponiert wurden. Den neuen Bericht erarbeitete eine Arbeitsgruppe des Helmholtz Zentrums München mithilfe alter Akten. Das Helmholtz Zentrum war bis Ende 2008 Betreiber der Asse.

"Billige Wegwerfbehälter"

Nach dem Inventarbericht ist bei einem Teil der zusätzlich abgeschirmten Atommüllfässer die Strahlung schon soweit abgeklungen, dass ihr Inhalt heute wieder als schwachaktiv gelten kann. Aufgrund des Abklingverhaltens seien von den ehemals 14.779 Fässern, die in den 70er-Jahren deponiert wurden, heute noch 8.465 Fässer in die Kategorie mittelaktiv einzustufen, heißt es in dem 67-seitigen Papier. Der Inventarbericht geht davon aus, dass die zusätzlichen Betonabschirmungen die Transportkosten bei mittelradioaktiven Mülll senken sollte. “Um für den Transport eine wirtschaftliche Lösung zu finden, entwickelte man einen 'billigen Wegwerfbehälter'“, stellt der Bericht fest.

Lieferanten verstießen gegen Auflagen

Die Gesamtmenge des in der Asse eingelagerten Plutoniums gibt der neue Bericht mit 28,1 Kilo an. Aus den ausgewerteten Unterlagen sei zudem ersichtlich, dass Lieferer von Atommüll gegen die Annahmevorschriften verstoßen und zum Teil auch flüssigen Abfall zur Asse gebracht hätten, heißt es in dem Papier. Insgesamt wurden in der Asse in den Jahren 1968 bis 1978 rund 126.000 Atommüllfässer deponiert. Das Bundesamt für Strahlenschutz plant, den gesamten Atommüll wieder aus dem Bergwerk herauszuholen. Dies soll mehrere Milliarden Euro Kosten.

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