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Nach Zoff mit Selenskyj: Steinmeier greift zum Telefon

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier redet auf einer Pressekonferenz
Sucht Gespräche mit der Ukraine: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. © Jens Büttner/dpa

Ende der diplomatischen Eiszeit: Bundespräsident Frank-Walter-Steinmeier hat mit Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Ist der Streit mit der Ukraine vorbei?

Annäherung im Ukraine-Krieg: Nach dem diplomatischen Affront um einen abgesagten Besuch hat Bundespräsident Frank-Walter-Steinmeier mit Präsident Wolodomyr Selenskyj das Gespräch gesucht. Die beiden hätten telefoniert und dabei die Irritationen aus der Vergangenheit ausgeräumt, teilte das Bundespräsidialamt mit. Drei Woche zuvor hatte Selenskyj das deutsche Staatsoberhaupt noch zu einer persona non grata erklärt, weil Steinmeier in seiner Zeit als Außenminister für einen prorussischen Kurs gestanden hatte.

In Deutschland hatte das für Verstimmungen gesorgt. Noch am Mittwoch hatte Bundeskanzler Olaf Scholz erklärt, dass der Streit mit Steinmeier ihn selber von einer Reise nach Kiew abhalte. Diese Hürde scheint nun aus dem Weg geräumt zu sein. Laut Medienberichten soll der ukrainische Präsident in dem 45-Minuten-Gespräch die gesamte deutsche Staatsspitze eingeladen haben. Am Donnerstagmorgen hatte bereits Bundestagspräsidentin Bärbel Bas eine Fahrt nach Kiew angekündigt. Inwieweit Scholz und Steinmeier jetzt einen Besuch planen, blieb zunächst unklar.

Atomwaffen: Russland simuliert nach eigenen Angaben Atomangriff

Übung in Kaliningrad: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hat das russische Militär in Kaliningrad Übungen mit nuklearwaffenfähigen Raketen simulieren lasen. Das Verteidigungsministerium erklärte am Mittwoch, im Zuge einer Übung hätten etwa einhundert Soldaten den Start mobiler ballistischer Raketensysteme des Typs „Iskander“ mit Atomwaffen simuliert.

Der Kreml unter Wladimir Putin wirft damit erneut die Frage auf, wie ernstgemeint Russlands Drohungen mit Atomwaffen sind. Ende Februar hatte Russland seine Atomstreitkräfte im Zuge des Ukraine-Kriegs in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen lassen. Unter anderem der Spiegel berichtet, dass die meisten Sicherheitsexpertinnen und Sicherheitsexperten den Einsatz von Atomwaffen trotz Drohgebärden des Kremls derzeit dennoch weiterhin für nahezu ausgeschlossen halten.

Angriff auf Theater in Mariupol wohl tödlicher als befürchtet

Deutlich mehr Todesopfer: Beim Luftangriff auf das Theater in Mariupol sind aktuellen Berichten zufolge offenbar deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen, als bisher angenommen. Die Nachrichtenagentur AP geht unter Bezugnahme auf Zeugenberichte und Grundrisse des Gebäudes davon aus, dass bei dem Angriff auf das Mariupoler Theater am 16. März bis zu 600 Menschen getötet wurden.

Hunderte Menschen hatten vor dem Luftangriff in dem Theater Schutz gesucht, ukrainische Stellen waren anfangs von etwa 300 Opfern ausgegangen. Nach aktuellem Kenntnisstand handelt es sich bei dem Bombardement auf das Theater um den opferreichsten Angriff seit Kriegsbeginn am 24. Februar. Zuletzt hatten einige Beobachter zudem vor einer Generalmobilmachung Russlands gewarnt und damit vor einer weiteren Eskalation des Kriegs. Der Kreml dementierte die Berichte seinerseits als „Unsinn“.

Welthandel stabilisiert sich: Stärkster Zuwachs seit Januar verzeichnet

Stabilisierung im Welthandel: Laut Berichten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft hat sich der Welthandel stabilisiert: Im Vergleich zum Vormonat liegt der Welthandel dem Institut zufolge klar im Plus. Einen vergleichbaren Zuwachs hatte es letztmalig im Januar gegeben und damit vor Ausbruch des Angriffskriegs Russlands unter Wladimir Putin auf die Ukraine unter Wolodymyr Selenskyj. Der Ukraine-Krieg hatte die Weltwirtschaft zuletzt in eine höchst instabile Lage versetzt.

Vincent Stamer, Leiter des Kiel Trade Indicators sagte dazu: „Die ersten Schockwellen der russischen Invasion in der Ukraine für den globalen Warenaustausch sind offenbar verdaut, und die Handelsdaten im April stabilisieren sich. Fast alle wichtigen Volkswirtschaften können Zuwächse oder zumindest eine Seitwärtsbewegung erwarten.“ Laut dem Kiel Trade Indicator für April dürfte der Welthandel im Vergleich zum Vormonat um 2,1 Prozent zulegen.

Ukraine soll US-Informationen bei Jagd auf russische Generäle nutzen

US-Geheimdienste: Laut Berichten der New York Times soll die Ukrainische Armee bei gezielten Angriffen auf russische Generäle zumindest teilweise auf Informationen aus den USA zurückgreifen. Die Ukraine hatte zuletzt erklärt, seit Kriegsbeginn im Februar zwölf Generäle aus Russland gezielt getötet zu haben. Nach Angaben der Zeitung versorgen die USA die ukrainische Armee mit Informationen über die Bewegungen des russischen Militärs. Von offizieller Stelle gibt es aus den USA bisher weder ein klares Dementi, noch eine Bestätigung. Pentagon-Sprecher John Kirby sagte lediglich allgemein, die USA würden der Ukraine Informationen liefern „die sie braucht, um sich verteidigen zu können“.

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