Lage in Syrien spitzt sich zu

Kerry überzeugt von Chemiewaffen-Einsatz

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John Kerry kündigt eine Reaktion von US-Präsident Barack Obama an.

New York - US-Außenminister John Kerry hat keine Zweifel, dass ihn Syrien Giftgas eingesetzt wurde. Die UN ist vorsichtiger und hat nach eigenen Angaben "wertvolle Daten" gesammelt.

Die USA haben keine Zweifel am Einsatz von Chemiewaffen in Syrien. Der Angriff mit Giftgas sei "nicht zu leugnen", sagte US-Außenminister John Kerry am Montag in Washington.  

Die syrischen Rebellen werfen der Armee von Machthaber Baschar al-Assad vor, bei Angriffen mit Giftgas am vergangenen Mittwoch mehr als 1300 Menschen getötet zu haben. Kerry kündigte an, dass Obama die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen werde. Er verwies darauf, dass die Regierungstruppen über ein Chemiewaffenarsenal verfügten.

"Was wir vergangene Woche in Syrien gesehen haben muss das Gewissen der Welt erschüttern. Es verstößt gegen jeden moralischen Kodex", sagte Kerry.

Kerry: Assad-Armee hat Chemiewaffenarsenal

Kerry erinnerte daran, dass Assads Armee über ein Chemiewaffenarsenal verfügte. "Wir wissen, dass das syrische Regime die Fähigkeiten hat, das mit Raketen zu machen", sagte er. "Wir wissen, dass das Regime entschlossen war, die Opposition von den Orten zu vertreiben, wo die Attacken stattgefunden haben."

Der US-Außenminister warf Assads Regierung eine Vertuschung der Angriffe vor. Damaskus habe sich fünf Tage lang geweigert, den UN-Inspektoren Zugang zu den Orten der Angriffe zu gewähren. "Das ist nicht das Verhalten einer Regierung, die nichts zu verheimlichen hat. Das ist nicht das Handeln eines Regimes, das darauf aus ist der Welt zu beweisen, keine Chemiewaffen eingesetzt zu haben", sagte Kerry. Die USA hätten "weitere Informationen" über die Angriffe, die in den kommenden Tagen veröffentlicht würden.

Weitere UN-Nachforschungen am Dienstag

Die Chemiewaffenexperten in Syrien haben nach Angaben eines UN-Sprechers schon am ersten Tag ihres Einsatzes „wertvolle Daten“ zu den Giftgas-Vorwürfen gegen Damaskus gesammelt. Ob das Team am Dienstag nach Moadhamijat al-Scham zurückkehren wird, war zunächst nicht bekannt. „Auf jeden Fall sucht es einen Ort im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Giftgasanschlägen vom 21. August auf“, sagte Haq der Nachrichtenagentur dpa.

Das Ergebnis der vorerst auf zwei Wochen begrenzten Untersuchung der Experten soll UN-Generalsekretär Ban Ki Moon „so schnell wie möglich“ vermittelt werden. Ban werde dann entscheiden, in welcher Form die Informationen „genutzt werden können“. Der UN-Chef habe seit dem Wochenende mit mehreren politischen Führern über Syrien gesprochen, einigen in der Region und anderen darüber hinaus, sagte Haq.

Ban fordert heftige Beschwerde wegen Angriff auf UN

Außerdem beauftragte Ban die deutsche Diplomatin Angela Kane, die als UN-Untergeneralsekretärin die Chemiewaffeninspektionen betreut, sich bei der syrischen Regierung und den Oppositionskräften heftig über

Die Inspekteure setzten später ihre Fahrt nach Moadhamijat al-Scham fort, besuchten dort auch zwei Krankenhäuser und sprachen mit Ärzten und Überlebenden des mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatzes vom vergangenen Mittwoch, ließ Ban mitteilen.

Risiken und Probleme eines Militäreinsatzes in Syrien

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dpa/afp

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