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Corona: Lauterbach mit klarem Statement zu Schulschließungen und vierter Impfung

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Von: Patrick Freiwah

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bei einer Bundestagsdebatte Anfang Juli in Berlin
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bei einer Bundestagsdebatte Anfang Juli in Berlin. © Political-Moments/Imago

Neue Schulschließungen aufgrund von Corona seien kein Thema, beteuert Karl Lauterbach. Zudem äußert sich der Gesundheitsminister zu einer vierten Impfung.

Berlin - Nach mehr als zwei Jahren Corona-Pandemie scheint die Gefährdung auch in Deutschland nicht gänzlich gebannt. Bei künftigen Schutzmaßnahmen sollen Schulschließungen jedoch tabu sein, erklärte Karl Lauterbach. Diese Möglichkeit „wird es nicht mehr geben“, ließ der Bundesgesundheitsminister gegenüber der ARD wissen.

Zuvor hatte bereits Justizminister Marco Buschmann (FDP) Schulschließungen eine Absage erteilt. Die beiden Ressortleiter der Bundesregierung erarbeiten derzeit das neue Infektionsschutzgesetz – die geltenden Regelungen laufen Ende September 2022 aus. Lauterbach finde es nicht gut, wenn aus laufenden Verhandlungen berichtet werde. In der Frage der Schulschließungen wolle er jedoch eine Ausnahme machen, so der SPD-Politiker. Ihm zufolge würden die Gespräche über das neue Infektionsschutzgesetz „in Kürze abgeschlossen“.

Corona-Herbst: Lauterbach verspricht „gutes Paket“ – es geht auch um Impfstoffe

Wie Karl Lauterbach ausführt, werde „ein sehr gutes Paket“ für den Herbst geschnürt. „Wir werden wirklich das haben, was wir benötigen“, so der deutsche Gesundheitsminister. Dazu zählten neben den Eindämmungsmaßnahmen etwa auch eine Fortschreibung der Impfstrategie sowie eine bessere Datenerhebung in den Krankenhäusern. Er arbeite „intensiv“ an der Pandemie-Politik und habe daher auch bislang auf Urlaub verzichtet, führte Lauterbach aus.

Zudem geht er davon aus, dass zum Herbstbeginn 2022 Impfstoffe mit Anpassung an die neuen Corona-Varianten verfügbar seien. Gegenüber der ARD sagte der SPD-Politiker, es habe hier Verzögerungen gegeben. „Aber die gute Nachricht ist: Sie kommen.“ Auf diesem Weg könne das Risiko einer Corona-Ansteckung „deutlich“ gesenkt werden, beteuert der Gesundheitsminister.

Zu einem heiklen Thema äußerte sich der 59-Jährige ebenfalls: Auf die Frage, wann Corona-Impfstoffe für Kinder unter fünf Jahren zur Verfügung stehen, verwies Lauterbach auf die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA). Er könne nicht sagen, wann diese eine Zulassungsentscheidung treffe, er hoffe aber, dass dies „schnell“ passieren werde. Bisher gibt es in der EU nur für Menschen ab fünf Jahren zugelassene Corona-Impfstoffe.

Vierte Corona-Impfung? Laut Lauterbach nicht für jeden Bürger nötig

Außerdem nahm der Sozialdemokrat Stellung zur Frage, in welchem Fall eine vierte Corona-Impfung überhaupt sinnvoll erscheine. Hier war der Eindruck entstanden, er empfehle eine solche zweite Auffrischungsimpfung generell auch jüngeren Menschen, was massive Kritik erzeugte – unter anderem von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP).

Wie Lauterbach erklärte, sei dies jedoch eine „falsche Darstellung“ seiner Meinung. Der Gesundheitsminister erklärt, sie sei lediglich in bestimmten Fällen für Menschen unter 60 sinnvoll, insbesondere wenn sie „ganz viele Kontakte“ hätten.

Darüber, ob eine vierte Corona-Impfung sinnvoll sei, hat kürzlich auch ein Münchner Top-Experte uns gegenüber Stellung genommen. Er beantwortete weitere drängende Fragen. (PF/AFP)

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