Deutsche Diplomaten beraten mit Timoschenko

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Laut Außenminister Guido Westerwelle beraten im Moment deutsche Diplomaten mit Julia Timoschenko

New York - Deutsche Diplomaten haben nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle am Freitag mit Julia Timoschenko über die Zukunft der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin gesprochen.

"Diplomaten meines Vertrauens sind bei Frau Timoschenko und werden auch mit ihr erörtern, welche Lösungsmöglichkeiten es aus ihrer Sicht geben kann“, sagte Westerwelle am Freitag bei den Vereinten Nationen in New York. “Wir wollen sie befragen, wie sie die Lage beurteilt“, sagte er.

“Wir helfen heute mit deutschen Ärzten Frau Timoschenko. Allerdings wird das natürlich nur eine vorläufige Hilfe sein können“, sagte Westerwelle. Ebenso sei das Auswärtige Amt im Gespräch mit der ukrainischen Regierung. “Jetzt geht es darum, dass wir Frau Timoschenko helfen, dass sie eine angemessene medizinische Behandlung bekommt. Abschließend und umfassend wird diese Behandlung in der Ukraine sicher nicht möglich sein. Aber was jetzt getan werden kann mit deutschen Ärzten und Diplomaten, das werden wir auch tun.“

Westerwelle wollte sich nicht festlegen, ob er sich an einem Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine beteiligen würde. “Mir geht es nicht um irgendeinen Boykott, mir geht es darum, dass Frau Timoschenko geholfen wird. Über Reisepläne entscheide ich, wenn sie anstehen.“ Die Inhaftierung von Timoschenko und anderen sei ein “sehr ernster Vorgang“. “Ich begrüße, dass immer mehr europäische Länder die deutsche Haltung unterstützen.“

Erster Schritt im Fall Timoschenko

Die Behandlung der ukrainischen Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko auch durch einen deutschen Mediziner in ihrem Land ist nach den Worten von Westerwelle nur ein erster Schritt. “Ich bin erleichtert, dass ein erster Schritt gemacht ist. Jetzt muss die Gesundheit von Julia Timoschenko im Mittelpunkt stehen“, sagte Westerwelle am Freitag in New York. “Wir werden unsere Gespräche mit dem Ziel einer vernünftigen Lösung weiterführen.“ Die 51-Jährige leidet an einem schweren Bandscheibenvorfall.

dpa

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