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Ukraine-Krieg: Deutschland will Haubitzen liefern – in frühestens zweieinhalb Jahren

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Von: Vincent Büssow

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Bundeskanzler Olaf Scholz und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht bei der Bundeswehr-Tagung 2022
Bundeskanzler Olaf Scholz und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht wollen bei der Lieferung von Waffen an die Ukraine „keine Alleingänge“. (Archivbild) © Carsten Koall/dpa

Olaf Scholz und Christine Lambrecht lehnen die Lieferung deutscher Panzer an die Ukraine ab. Stattdessen darf das Land Haubitzen kaufen.

Berlin – Seit Tagen wird in Deutschland hitzig über weitere Waffenlieferungen an die Ukraine diskutiert. Während Mitglieder der Oppositions- sowie der Regierungsparteien auch die Unterstützung mit Panzern westlicher Bauart fordern, lehnen der Bundeskanzler und die Verteidigungsministerin dies ab. Nachdem jetzt erneut mögliche Kriegsverbrechen durch Russland ans Licht gekommen sind, wird die Debatte weiter angetrieben. Statt Panzern sollen nun Haubitzen geliefert werden.

Ursprünglich waren es die Erfolge der ukrainischen Gegenoffensive, die Forderungen nach Panzerlieferungen wieder laut werden ließen. Das Argument, Deutschland solle bei der Unterstützung der Ukraine „keine Alleingänge“ gehen, ist seitdem zum Mantra von Bundeskanzler Olaf Scholz und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht geworden. Mittlerweile ist der Fokus im Kriegsgeschehen auf die Entdeckungen gerückt, die in den von Russland zurückeroberten Gebieten gemacht wurden: Massengräber und Berichte über Folter geben Hinweise auf mögliche Kriegsverbrechen der Angreifer. Scholz und Lambrecht äußerten sich nun erneut zur Frage der Panzerlieferungen.

Ukraine-Krieg: Kiew darf 18 Haubitzen kaufen

Einen Gesinnungswandel der beiden SPD-Politiker gab es infolge der jüngsten Berichte nicht. Scholz sah die Erfolge der Ukraine als Zeichen dafür, an der bisherigen Strategie festzuhalten, wie er am Sonntag (18. September) im Deutschlandfunk sagte. Lambrecht wies im Gespräch mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe darauf hin, dass die ukrainischen Truppen mit den gelieferten Waffen „schnell und ohne lange Ausbildung kämpfen“ könnten.

Während die Rufe nach Panzerlieferungen anhalten, wurde nun bekannt, dass die Bundesregierung der Ukraine den Kauf von Haubitzen aus deutscher Produktion genehmigte. Wie ein Regierungssprecher am Samstag mitteilte, darf Kiew 18 Haubitzen vom Typ RCH-155 im Wert von 216 Millionen Euro bei dem Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann kaufen. In den aktuellen Kämpfen gegen Russland wird dies allerdings keinen Unterschied machen: Die Haubitzen könnten frühestens in zweieinhalb Jahren ausgeliefert werden. (vbu mit dpa)

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