Entsetzen über Anschläge im Jemen mit mehr als 130 Toten

Am Tag danach: Bewohner von Sanaa besichtigen die Moschee, vor der einer der tödlichen Sprengsätze explodierte. Foto: Yahya Arhab
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Am Tag danach: Bewohner von Sanaa besichtigen die Moschee, vor der einer der tödlichen Sprengsätze explodierte. Foto: Yahya Arhab
Ein jemenitischer Soldat besucht im Krankenhaus von Sanaa einen Verwandten, der den Terroranschlag überlebt hat. Foto: Yahya Arhab
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Ein jemenitischer Soldat besucht im Krankenhaus von Sanaa einen Verwandten, der den Terroranschlag überlebt hat. Foto: Yahya Arhab
Ein Junge, der bei den Anschlägen verletzt wurde, sitzt in einem Krankenhaus. Foto: Yahya Arhab
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Ein Junge, der bei den Anschlägen verletzt wurde, sitzt in einem Krankenhaus. Foto: Yahya Arhab
Zwei Anschläge nach demselben Muster: Jeweils ein Attentäter sprengte sich bei den Sicherheitskontrollen am Eingang der Moscheen in die Luft, jeweils ein weiterer stürmte in die Gebäude und zündete Sprengstoffgürtel. Foto: Yahya Arhab
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Zwei Anschläge nach demselben Muster: Jeweils ein Attentäter sprengte sich bei den Sicherheitskontrollen am Eingang der Moscheen in die Luft, jeweils ein weiterer stürmte in die Gebäude und zündete Sprengstoffgürtel. Foto: Yahya Arhab
Spurensicherung in der Al-Chaschusch-Moschee. Foto: Yahya Arhab
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Spurensicherung in der Al-Chaschusch-Moschee. Foto: Yahya Arhab
Huthi-Rebellen untersuchen die verwüstete Al-Chaschusch-Moschee. Foto: Yahya Arhab
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Huthi-Rebellen untersuchen die verwüstete Al-Chaschusch-Moschee. Foto: Yahya Arhab
Mitglieder der schiitischen Huthi-Rebellen stehen nach den Anschlägen vor einem Krankenhaus in Sanaa. Foto: Yahya Arhab
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Mitglieder der schiitischen Huthi-Rebellen stehen nach den Anschlägen vor einem Krankenhaus in Sanaa. Foto: Yahya Arhab

Seit Monaten versinkt der Jemen in politischem Chaos - nun treibt Präsident Hadi die Spaltung weiter voran. Sunnitische Extremisten versuchen, das Land zusätzlich in einen Religionskrieg zu stürzen.

Aden (dpa) - Der in den Südjemen geflohene Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hat die Hafenstadt Aden zur neuen offiziellen Hauptstadt des zerrissenen Landes erklärt. Aden werde "vorübergehend" die bisherige Hauptstadt Sanaa ablösen, sagte Hadi in der ersten Fernsehansprache seit seiner Flucht.

Sanaa wird seit Monaten von schiitischen Huthi-Rebellen kontrolliert, Hadi sowie mehrere Regierungsmitglieder waren von den Aufständischen Mitte Januar dort unter Hausarrest gestellt worden. Ende Februar konnte Hadi aus Sanaa ins südlich gelegene Aden fliehen. Von dort aus versucht er, die Macht über den Jemen wiederzuerlangen.

Aden ist die zweitgrößte Stadt des Jemens und war einst Hauptstadt des sozialistisch geführten Südjemens, der 1990 in den von Sanaa aus regierten Nordjemen integriert wurde. In einem folgenden Bürgerkrieg hatte der Süden vergeblich um seine erneute Unabhängigkeit gekämpft.

Nun steht der Jemen erneut kurz vor einem Bürgerkrieg. Am Freitag verübten Extremisten Anschläge mit mehr als 130 Toten in zwei schiitischen Moscheen. Unter den Opfern waren vor allem Anhänger der Huthi. Experten sehen den Anschlag als Versuch, aus den politischen Wirren im Jemen Kapital für einen religiösen Konflikt zu ziehen.

Vier Selbstmordattentäter hatten sich während der Freitagsgebete in zwei Moscheen in Sanaa in die Luft gesprengt, mehr als 130 Menschen starben, mindestens 345 wurden verletzt. Die sunnitische Miliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich am Abend zu den Angriffen auf die von Schiiten besuchten Gotteshäuser. Bislang galt der Jemen als Hochburg eines mächtigen Ablegers des Terrornetzes Al-Kaida.

Die USA zweifelten zunächst an dem Bekenntnis der Miliz. Eine Verantwortung des IS könne bislang nicht bestätigt werden, sagte Jeff Rathke, Sprecher im US-Außenministerium, am Freitagabend (Ortszeit) vor Journalisten in Washington. Gegenwärtig werde überprüft, ob Verbindungen über Syrien und den Irak hinaus in den Jemen bestehen.

Die Terrormiliz hatte sich in dieser Woche bereits zu dem Attentat auf das Nationalmuseum in Tunis mit 21 Toten und zu einem Anschlag im nordsyrischen Al-Hassaka mit 45 Toten bekannt. Ursprünglich versuchte die Miliz, ein Staatsgebiet im Irak und in Syrien zu errichten.

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