Forsa-Chef Güllner rät Union von Rechtsschwenk ab

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Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa

Berlin - Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, rät der Union von einem Rechtsschwenk als Reaktion auf ihr Umfragetief ab.

Das “Vertrauensvakuum“ sei “in der Mitte und nicht am rechten Rand“ der Wählerschaft entstanden, sagte Güllner am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Rufe nach einem konservativeren Profil von CDU und CSU seien deshalb nicht sinnvoll. Güllner verwies darauf, dass die Union bei der Bundestagswahl vor einem Jahr viele Wähler an die FDP verloren habe. Dennoch sei das “bürgerliche Lager“ insgesamt gestärkt worden.

Das Problem für die Union sei jetzt, dass enttäuschte FDP-Wähler “nur zum kleinen Teil zur Union zurückkehren und zum großen Teil in die Wahlenthaltung gehen“. “Aber diese Wähler würden nicht rechtspopulistisch wählen, sondern sie sind alle in der Mitte angesiedelt“, sagte Güllner. Es handele sich hierbei um “klassische Mittelständler“ wie Handwerker. Deshalb sei es “ein Fehlschluss, wenn die Union glaubt, sie müsste jetzt nach rechts wandern“.

Sie waren die Chefs der CDU

Sie waren die Chefs der CDU

Nach Ansicht von Güllner sollte zudem der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer weniger Streit mit den Berliner Koalitionspartnern CDU und FDP suchen: “Es war ein schwerer Fehler, dass Seehofer geglaubt hat, er könne das in Bayern verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen, indem er Klamauk auf Bundesebene macht.“ Es werde von den Wählern in Bayern nicht honoriert, wenn der CSU-Chef Konflikte in Berlin schüre. Güllner warnte Seehofer auch davor, auf die bayerische FDP “einzuschlagen“, um die Liberalen wieder aus dem Landtag zu verdrängen. Die “Wähler der Mitte“ könne man nicht durch “Krach“ überzeugen, sondern nur dadurch, dass man ihre Interessen vertrete.

dapd

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