Gipfel in Großbritannien

G7-Gipfel-Auftakt mit der Königsfamilie: Neue Harmonie der Staatsoberhäupter

Beim G7-Gipfel in Großbritannien nimmt der Klimawandel eine besonders wichtige Rolle ein. Beim Auftaktempfang setzte Prinz Charles ein deutliches Zeichen.

+++ Update von 22.27 Uhr: Mit einem Empfang im Ökopark Eden Projekt im Ort Bodelva in Cornwall ist das größte diplomatische Zusammentreffen mehrerer Staats- und Regierungschefs seit Ausbruch der Corona-Pandemie am Freitagabend gestartet. Das Auftakttreffen der Staatsoberhäupter in dem Botanischen Garten nordöstlich des Gipfelorts Carbis Bay war symbolisch für eines der Hauptthemen, die bei der G7-Konferenz, der noch bis Sonntag dauert, auf der Tagesordnung stehen. Am Empfang nahmen auch Mitglieder der britischen Royal Family teil, darunter Königin Elizabeth II., Thronfolger Prinz Charles, seine Gattin Herzogin Camilla sowie der älteste Enkel der Queen, Prinz William und dessen Frau Herzogin Katherine teil.

Prinz Charles würdigte bei einer Ansprache den Einsatz der G7-Staaten und ihrer Repräsentant:innen für den Klimaschutz, der sich vor allem durch die Corona-Krise weiter verstärkt habe. Der globale Gesundheitsnotstand habe gezeigt, wie eine tatsächlich grenzenlose Krise aussehe, zitiert die Deutsche Presse-Agentur den britischen Thronfolger. Gleichzeitig sei die Krise ein deutliches Beispiel dafür, wie erfolgreich die Welt sei, wenn sie gemeinsam handele. Diese Art von Vorgehen wünsche sich Prinz Charles auch im Zuge der Klimakrise. Prinz Charles selbst, genau wie sein Sohn Prinz William setzen sich schon seit vielen Jahren öffentlichkeitswirksam für Umweltthemen ein.

Mit einem Empfang mit Staatsoberhäuptern und Mitgliedern des britischen Königshauses ist der G7-Gipfel am Freitagabend gestartet.

„Wir sind im Krieg mit dem Virus“: Staatschefs sehen neuer Zusammenarbeit entgegen

Bei ihrem Eintreffen in Südengland betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sie sich von der Zusammenarbeit mit den USA unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden viel verspricht: Biden „repräsentiert das Bekenntnis zum Multilateralismus, das uns in den letzten Jahren gefehlt hat“, so die Kanzlerin. Die „Amerika zuerst“-Politik von Bidens Vorgänger Donald Trump hatte die G7 an den Rand der Spaltung gebracht. Am Rande des Gipfels wurde bekannt, dass Merkel am 15. Juli erstmals seit drei Jahren wieder im Weißen Haus in Washington D.C. zu Gast sein wird.

Im Fokus der ersten Stunden des Gipfels stand die Zusage mehrerer führender Staaten, Impfstoffe an ärmere Länder zu spenden. UN-Generalsekretär Antonio Guterres begrüßte die Impfspenden-Initiative zwar, betonte aber, dass langfristig weit mehr Einsatz notwendig werde. „Eine Milliarde ist sehr willkommen. Aber offensichtlich benötigen wir mehr als das“, sagte Guterres am Rande des Gipfels. Es sei nun wichtig, schnell zu handeln und so viele Menschen weltweit wie möglich zu schützen, bevor das Virus immun gegen Impfstoffe werde, sagte Guterres. Nötig sei ein globaler Impfplan. „Wir sind im Krieg mit dem Virus.“

Historischer G7-Gipfel: Regierungschefs sagen Impfstoff-Spenden an ärmere Länder zu

Erstmeldung vom Freitag, 11.06.2021, 16.07 Uhr: St. Ives – Heute geht es offiziell los: der G7-Gipfel im englischen Cornwall*. Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der Gruppe, das bis zum Sonntag (13.06.2021) dauern soll, steht eine Vielzahl von wichtigen Themen auf der Tagesordnung. Neben Großbritanniens Premier Boris Johnson sind auch Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel*, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, US-Präsident Joe Biden*, Kanadas Premier Justin Trudeau, Premierminister Yoshihide Suga aus Japan und Italiens Ministerpräsident Mario Draghi geladen.

Eine große Ankündigung wurde bereits vor dem offiziellen Beginn des Gipfels veröffentlicht. US-Präsident Joe Biden hatte bereits gestern eine Spende von 500 Millionen Dosen mit Impfstoff* gegen das Coronavirus* an ärmere Länder angekündigt. Die britische Regierung rechnet damit, dass die anderen G7-Staaten nachziehen werden und wohl insgesamt mindestens eine Milliarde Impfstoffdosen für den Kampf gegen die Corona-Pandemie zur Verfügung gestellt werden. Boris Johnson selbst kommentierte den Plan so: „Als Ergebnis des erfolgreichen britischen Impfstoffprogramms sind wir nun in der Lage, einige unserer überschüssigen Dosen mit denen zu teilen, die sie benötigen.“

G7-Treffen in Großbritannien: Reiche Länder wollen Impfstoffdosen an ärmere Staaten spenden

Der französische Präsident Emmanuel Macron, der sich nach einer Ohrfeige* über Rückenwind in Frankreich freut, sprach die Hersteller der Corona-Impfstoffe* direkt an und forderte sie dazu auf, zehn Prozent der Impfdosen an die ärmeren Länder zu spenden. Die westlichen Staaten hätten massiv in die Forschung zu den Vakzinen investiert, es sei daher „legitim“, wenn auch die Pharmakonzerne nun ihren Teil „zu dieser Solidarität“ beitragen. Frankreich und Deutschland haben nach Angaben der Nachrichtenagentur afp bereits im Rahmen einer EU-Verpflichtung 30 Millionen Dosen Impfstoff zugesagt, es ist zu erwarten, dass es nach den Verhandlungen beim G7-Gipfel noch einmal mehr werden.

Beim G7-Treffen in Cornwall/Großbritannien stehen eine Reihe von wichtigen Themen auf der Tagesordnung.

Das zweite große Thema des G7-Gipfels wird wohl der Kampf gegen den Klimawandel sein. Insbesondere den Schwellen- und Entwicklungsländern müsse dabei geholfen werden, so Großbritanniens Premierminister Johnson, der derzeit innerparteilich wegen des vermeintlich großen Einflusses seiner neuen Frau* unter Druck steht, gegenüber der Times. Und brachte dafür massive Finanzhilfen aus westlichen Ländern ins Gespräch, die den ärmeren Staaten bei der Dekarbonisierung ihrer Wirtschaft helfen sollen. Ein „Marshallplan“ für den Klimaschutz müsse her, so Johnson.

G7: Erste Auslandsreise von Joe Biden

Der G7-Gipfel in Cornwall ist das erste persönliche Treffen der Staatschefs seit Ausbruch der Pandemie* im Frühjahr 2020. Für US-Präsident Joe Biden ist es sogar die erste internationale Reise als US-Präsident, ähnlich ist dies auch bei Italiens Mario Draghi und Japans Yoshihide Suga. Für Biden endet jedoch nach dem Gipfel die Reise nicht: In der kommenden Woche will er in der Schweiz mit Russlands Präsident Wladimir Putin* sprechen. (als mit AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jack Hill/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare