Geheime Umfragewerte: CSU stürzt dramatisch ab

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Keine guten Nachrichten für Horst Seehofer (CSU).

Berlin - Die CSU ist einem Zeitungsbericht zufolge bei einer bisher nicht veröffentlichten Umfrage auf unter 40 Prozent Wählerzustimmung abgestürzt. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe? Stimmen Sie ab!

Das angebliche Abrutschen der CSU unter 40 Prozent hat Wirbel ausgelöst. Nach einer nicht veröffentlichten Umfrage soll die CSU auf 37 bis 38 Prozent abgerutscht sein, wie die “Bild“- Zeitung unter Verweis auf ein nicht näher genanntes Hamburger Institut meldete. Dieses soll die Umfrage für einen Fernsehsender gemacht haben.

Das in der Hansestadt ansässige Institut GMS widersprach: “Von uns gibt es weder für einen Fernsehsender noch für die CSU noch für sonst irgendjemand eine Umfrage, in der die CSU unter vierzig Prozent liegt“, sagte der Demoskop Helmut Jung auf Anfrage. GMS hatte in der Vergangenheit regelmäßig Umfragen für den Fernsehsender Sat.1 durchgeführt.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt erklärte, er kenne keine Umfrage, die die CSU unter 40 sehe, erst recht keine geheime. “Alle Umfragen, die ich kenne, sehen uns klar über 40 Prozent.“ Auch in München kursierten aber in den vergangenen Wochen Gerüchte über eine entsprechende Umfrage für einen Verband.

Laut Zeitungsbericht ist die Umfrage etwa drei bis vier Wochen alt. Jung sagte, Umfrageergebnisse hätten nur für sehr begrenzte Zeit Aussagekraft. “Aus einer mehrere Wochen alten Umfrage können Sie nichts ableiten, was den jetzigen Zustand betrifft.“

Der Hintergrund des Wirbels: Die CSU liegt in Umfragen regelmäßig etwa acht bis neun Prozentpunkte vor der CDU, die auf Werte um die 30 Prozent abgerutscht ist. Deswegen sagten in den vergangenen Wochen auch CSU-Abgeordnete hinter vorgehaltener Hand, dass ihre Partei derzeit vermutlich nicht über 40 Prozent liege.

Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein sagte, seine Partei müsse “höllisch aufpassen, dass sie nicht in den Abwärtssog der schwarz-gelben Koalition gerät“. Es gebe die Gefahr, dass auch der CSU konservative Stammwähler verloren gingen, weil ihnen die Richtung in Berlin nicht passe, sagte Beckstein. “Wir müssen in Bayern alles tun, um nicht vom Negativ-Trend der CDU erfasst zu werden.“

Es gelte der alte Satz von Franz Josef Strauß, dass es rechts von der CSU keine andere demokratisch legitimierte Partei geben dürfe, betonte Beckstein: “Die Union darf nicht länger ihre konservativen Stammwähler vernachlässigen.“

Ex-Parteichef Erwin Huber sagte der Zeitung, die CSU sei keineswegs immun gegen den Negativtrend der Union insgesamt. “Wir müssen auf unser eigenes Profil achten und auch die konservativen Wähler bundesweit für die Union ansprechen.“

dapd

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