Giftbrief an Obama

FBI nimmt neuen Verdächtigen fest

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Der tatverdächtige James Everett Dutschke vor seinem Haus in Tupelo.

Washington - Ein Giftbrief an US-Präsident Obama, um einen verhassten Bekannten zu belasten? Nach der Freilassung eines ersten Verdächtigen glaubt das FBI, dass es jetzt den tatsächlichen Absender erwischt hat.

Das FBI hat am Samstag in Mississippi einen 41-jährigen Mann festgenommen, der Giftbriefe an US-Präsident Barack Obama und einen Senator verschickt haben soll. Wie der Sender CNN und andere Medien unter Berufung auf eine Sprecherin der Bundespolizei berichteten, wurde James Everett Dutschke in seinem Haus in Tupelo gefasst. Zunächst war ein Bekannter von Dutschke, der Elvis-Imitator Paul Kevin Curtis, als Absender der giftigen Post in Verdacht geraten und sogar angeklagt worden. Die Vorwürfe gegen ihn wurden dann aber fallengelassen.

Die mit dem tödlichen Eiweißstoff Ricin (Rizin) präparierten Schreiben an Obama und den Republikaner Roger Wicker waren in den Poststellen des Weißen Hauses und Kapitols abgefangen worden. Auch eine Richterin in Mississippi erhielt einen Giftbrief.

Curtis selbst hatte am vergangenen Montag in einer gerichtlichen Anhörung den Verdacht geäußert, dass er Opfer einer Intrige sei. Er brachte in diesem Zusammenhang Dutschke ins Gespräch, einen Kampfsportlehrer, mit dem er nach eigenen Angaben seit längerem im Streit liegt. Laut "New York Times" gingen die Auseinandersetzungen so weit, dass Curtis in einem Fall sogar einen Rechtsanwalt zurate zog.

Die Giftbriefe waren laut Medienberichten mit dem Satz unterzeichnet: "Ich bin KC und habe diese Botschaft gebilligt." Das ist eine Formulierung, die Politiker am Ende von politischen Werbespots verwenden, um zu zeigen, dass sie hinter dem Inhalt des Spots stehen. Curtis habe diesen Satz regelmäßig auf seiner Facebook-Seite verwendet.

Der "New York Times" zufolge steht Dutschke, dessen Haus das FBI in den vergangenen Tagen durchsucht hatte, auch wegen Kindesmissbrauchs unter Verdacht. 2007 soll er sich erfolglos für einen Sitz im Repräsentantenhaus von Mississippi beworben haben. Einer der Giftbriefe sei an die Mutter seines damaligen Herausforderers, die Richterin Sadie Holland, gegangen.

Ricin wird aus den Samen des Wunderbaums gewonnen. Geringste Mengen reichen aus, um einen Menschen zu töten.

dpa

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