Guttenberg wirft Kritikern Populismus vor

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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, re.) begrüßt am Donnerstag (24.06.2010) in Dschibuti die Besatzung eines Beobachtungsflugzeugs P3-C Orion der deutschen Marine. Der Verteidigungsminister besucht auf einer zweitägigen Reise die deutschen Truppen in Dschibuti und Zypern.

München - Vor dem kleinen Parteitag der CSU hat Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sein umstrittenes Vorhaben einer radikalen Bundeswehr-Reform verteidigt. "Es geht darum, die Bundeswehr jetzt so zu gestalten, dass wir sie in 20 Jahren noch haben", sagte er im Interview mit dem Münchner Merkur (Samstagsausgabe).

Das Verhalten mancher Kritiker bezeichnete der Minister als unseriös. Wörtlich sagte er: "Es gibt Leute, die wollen alles auf einmal und sagen: ,Wir müssen alle 252 000 Soldaten behalten, wollen aber gleichzeitig, dass diese für alle Zukunftsszenarien gerüstet sind und wir wollen noch dazu, dass jeder Bundeswehr-Standort in Deutschland erhalten wird.' Wer das fordert, handelt in meinen Augen unseriös. Mir hat noch niemand gesagt, wo die zweistellige Milliardensumme herkommen soll, die diese Lösung kosten würde." Zudem warf Guttenberg seinen Kritikern, darunter auch etliche CSU-Politiker, Populismus vor. Sie würden ihre Vorschläge "nicht an der Bundeswehr, sondern nur am nächsten Wahltag" ausrichten.

Der Minister machte deutlich, dass er sich von Gegenwind, der auch von seinem Parteichef Horst Seehofer kam, nicht beeinflussen lassen will. "Es sollte offensichtlich geworden sein, dass ich mich weder abbürsten noch in irgendwelchen Punkten zurückpfeifen lasse. Ich bin von der Notwendigkeit sowohl einer gesellschaftlichen Debatte als auch einer Strukturreform überzeugt."

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