Reform mit fatalen Folgen

Forscher: Hartz IV wirkt wie ein Stigma

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Unter einer Lupe ist in Schwerin der Schriftzug "Hartz IV" zu sehen

Jena - Eine siebenjährige Studie hat ergeben, dass Hartz IV wie ein Stigma auf die Betroffenen wirkt. Der Soziologe Klaus Dörre bescheinigt der Reform von 2003 deshalb fatale Folgen.

Eine neue Studie der Universität Jena bescheinigt den Hartz-Reformen fatale Folgen. „Die Hartz-IV-Logik produziert das Gegenteil von dem, was sie leisten will: Sie erzeugt Passivität, wo sie Aktivierung vorgibt“, sagte der Soziologe Klaus Dörre der Nachrichtenagentur dpa. Das Stigma Hartz IV sei für die Betroffenen inzwischen vergleichbar mit der schwarzen Hautfarbe im Süden der USA. Dörre - Wissenschaftler am Lehrstuhl für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie der Uni Jena - plädierte dafür, die Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher aufzuheben und mehr Beschäftigung etwa im Pflege- und Bildungssektor zu schaffen. Für die Untersuchung wurden Hartz-IV-Bezieher über sieben Jahre wiederholt befragt.

dpa

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