Opfer sollen besser geschützt werden

Minister wollen gegen Cybermobbing vorgehen

Binz - Die Justizminister wollen verstärkt gegen Mobbing über das Internet  vorgehen. Opfer von Beleidigungen sollen besser geschützt werden.

Auf ihrer Frühjahrskonferenz im Ostseebad Binz sprachen sich die Ressortchefs am Donnerstag für einen verbesserten strafrechtlichen Schutz der Opfer und effektivere Melde- und Löschmechanismen in sozialen Netzwerken aus, wie Hamburgs Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) mitteilte. Zugleich baten die Länderminister Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) um Prüfung, durch welche konkreten Maßnahmen der strafrechtliche Opferschutz verbessert werden kann.

"Cybermobbing unter Jugendlichen und Erwachsenen nimmt immer weiter zu", mahnte Schiedek. Präventionsarbeit bleibe der wichtigste Ansatz, um Mobbing über Internet einzudämmen. "Wir müssen aber auch die Opfer strafrechtlich besser schützen. Es klafft eine Lücke zwischen dem geringen Unrechtsbewusstsein der Täter und den oft gravierenden Folgen für die Opfer." Notwendig sei "ein deutliches Signal gegen Cybermobbing". "Ehr- und Persönlichkeitsverletzungen im Internet haben eine andere Wirkung, als sie der Gesetzgeber vor rund 150 Jahren vor Augen hatte."

Die Justizminister riefen zugleich die Betreiber sozialer Netzwerke auf, ihrer Verantwortung noch stärker gerecht zu werden. Sie könnten beispielsweise durch Hilfe- und Beratungsteams sowie kurzfristig wirkende Melde- und Löschmechanismen den Schutz von Opfern verbessern.

AFP

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