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Russland vor Atomwaffen-Einsatz? Putin-Freund Kadyrow verlangt „drastische Maßnahmen“

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Von: Andreas Apetz

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Ramsan Kadyrow (r.) mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin. (Archivfoto)
Ramsan Kadyrow (r.) mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin. (Archivfoto) © Russian Look/Imago

Nach der russischen Niederlage bei der Schlüsselstadt Lyman verlangt der tschetschenische Diktator Kadyrow die Prüfung eines Atomwaffen-Einsatzes.

Moskau - Ramsan Kadyrow, Machthaber der russischen Teilrepublik Tschetschenien, hat dazu aufgerufen, den Einsatz von taktischen Atomwaffen im Ukraine-Krieg zu prüfen. Auf Telegram kritisierte Putins „Bluthund“ zunächst den Abzug der russischen Truppen aus der Stadt Lyman im Osten der Ukraine. Er könne nicht über die erneute schwere Niederlage im Gebiet Charkiw schweigen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, forderte der tschetschenische Diktator nun, auch atomare Waffen im Kampf gegen die Ukraine in Betracht zu ziehen: „Meiner Meinung nach sollten noch drastischere Maßnahmen ergriffen werden, bis hin zur Verhängung des Kriegsrechts in den Grenzgebieten und dem Einsatz von Atomwaffen mit geringer Sprengkraft“, so Kadyrow auf Telegram.

News im Ukraine-Krieg: Kadyrow kritisiert russische Kriegsführung in der Ostukraine

Vor der Nato und den USA hätte Kadyrow bei der Aktivierung von Atomwaffen keine Angst. Nach der Meinung des tschetschenischen Führers sei es nicht nötig, jede Entscheidung mit Blick auf die „westliche amerikanische Gemeinschaft“ zu treffen. Gleichzeitig kritisiert Kadyrow die russische Kriegsführung in der gesamten Region Donezk.

Insbesondere General Alexander Lapin geriet dabei ins Fadenkreuz des Diktators. Dieser war im Juli für die Eroberung des Ballungsraums um die benachbarten Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk ausgezeichnet worden – „obwohl der de facto gar nicht in der Nähe war“, wie Kadyrow jetzt schreibt. Er kritisierte Lapin dafür, russische Streitkräfte aus der Volksrepublik Luhansk, ohne die nötige Ausrüstung in Richtung Lyman entsandt zu haben.

News zum Ukraine-Krieg: Russland verfügt über größtes Atomwaffenarsenal der Welt

Russland verfügt derzeit über das größte Atomwaffen-Arsenal weltweit. Moskau ist unter anderem im Besitz taktischer Atomwaffen mit geringer Reichweite, die gegen gegnerische Streitkräfte eingesetzt werden können. Sie verfügen über eine schwächere Sprengkraft und dienen gezielten Angriffen gegen einzelne Trupps. Erst vor kurzem drohte Putin mit den Worten „Es ist kein Bluff“ im Ernstfall auch russische Atomwaffen zu nutzen.

Im Podcast „Ukraine – die Lage“ vom stern hält Militärexperte Carlo Masala einen russischen Einsatz taktischer Atomwaffen durchaus für möglich: „Sollte Putin militärisch mit dem Rücken immer mehr an der Wand stehen, dann ist es nicht auszuschließen, dass er noch zu anderen Mitteln greift.“ Dabei sei nicht auszuschließen, dass Wladimir Putin seine Waffen nicht aktiv gegen ukrainische Truppen richtet, sondern nur zu Machtdemonstrationszwecken abfeuert. (Andreas Apetz)

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