Aufständische: Keine Verhandlungen mit Gaddafi

Kairo/Tripolis - Die Aufständischen in Libyen wollen mit Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi keine Verhandlungen führen. Unterdessen verschärft sich die humanitäre Lage in Tripolis drastisch.

Die Aufständischen in Libyen schließen Verhandlungen mit dem untergetauchten Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi aus. “Es wird keine Verhandlungen mit Gaddafi geben. Er ist gestürzt und gehört der Vergangenheit an“, sagte Salam Darbi, einer der Rebellenkommandeure, am Sonntag dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira.

Nach unbestätigten Berichten, soll Gaddafi der Übergangsregierung angeboten haben, über eine Machtteilung zu verhandeln. Die Aufständischen kontrollieren inzwischen weite Teile der Hauptstadt Tripolis, andernorts wird noch erbittert gekämpft.

Übergangsrat: humanitäre Krise in Tripolis

Der libysche Übergangsrat hat knapp eine Woche nach dem Fall von Tripolis erstmals eine humanitäre Krise in der Hauptstadt eingeräumt. Der Sprecher des Rates, Schamsiddin Ben Ali, forderte deshalb am Sonntag alle im Ausland arbeitenden libyschen Ärzte auf, sofort in ihre Heimat zurückzukehren. Darüber hinaus sei wegen der vielen Verletzten mehr Nachschub an Medikamenten und medizinischen Ausrüstungen notwendig, sagte der Sprecher dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira.

Der Rat sucht außerdem nach mehr als 50 000 Häftlingen, die spurlos verschwunden sind. Diese Gefangenen würden möglicherweise in unterirdischen Bunkeranlagen festgehalten, sagte Ben Ali. Nach der Einnahme von Tripolis hätten die Aufständischen in Krankenhäusern verkohlte Leichen hunderter Gefangener gefunden.

dpa

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