Im Alter von 87 Jahren

Die "Eiserne Lady" Margaret Thatcher ist tot

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Die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher bei einer Pressekonferenz im Jahr 1982.

London - Die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher ist nach einer Meldung der BBC am Montag im Alter von 87 Jahren gestorben. Auch die Todesursache ist bereits bekannt.

Margaret Thatcher hat ihrem Sprecher, Lord Timothy Bell, zufolge eine Schlaganfall erlitten und sei gestorben. Das berichtete die BBC am Montagmittag. "Mit großer Traurigkeit geben Mark und Carol Thatcher (die Kinder der ehemaligen britischen Premierministerin) bekannt, dass ihre Mutter nach einem Schlaganfall heute morgen friedlich gestorben ist", zitiert der Nachrichtensender Lord Bell.

Via Twitter äußerte sich Premierminister David Cameron zum Tod von Thatcher: "Mit großer Traurigkeit habe ich den Tod von Lady Thatcher zur Kenntnis genommen. Wir haben eine große Führungspersönlichkeit, eine große Premierministerin und eine große Britin verloren." Auch die britische Königen Elizabeth II. hat ihre Bestürzung über Thatchers Tod zum Ausdruck gebracht. Über einen Sprecher des Buckingham Palasts ließ sie ausrichten: "Eure Majestät wird der (Thatchers) Familie eine private Nachricht mit ihren Beileids-Wünschen zukommen lassen."

Merkel: "Thatcher war vielen Frauen ein Beispiel"

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte Thatcher als „eine der überragenden Führungspersönlichkeiten der Weltpolitik ihrer Zeit“ gewürdigt. Sie habe früh die Kraft der Freiheitsbewegungen Osteuropas erkannt und sich für sie eingesetzt, sagte Merkel nach Angaben der Regierung in Berlin. „Ihren Anteil an der Überwindung der Teilung Europas und am Ende des Kalten Krieges werde ich nicht vergessen.“ Weiter betonte Merkel: „Indem sie sich zu Zeiten, als dies noch nicht selbstverständlich war, als Frau im höchsten demokratischen Amt behauptete, hat sie vielen nach ihr ein Beispiel gegeben.“

Die als "Eiserne Lady" bekanntgewordene konservative Politikerin hatte bereits mehrere Schlaganfälle erlitten. Nach Angaben ihrer Tochter war sie seit Jahren dement. Sie hatte sich nur noch selten in der Öffentlichkeit gezeigt.

Margaret Thatcher: Ihr Leben in Bildern

Margaret Thatcher: Ihr Leben in Bildern

Thatcher war von 1979 bis 1990 Premierministerin Großbritanniens. Sie machte sich vor allem durch den Falkland-Krieg gegen Argentinien und ihre Rolle innerhalb der damaligen Europäischen Gemeinschaft einen Namen. Ihre Worte "Ich will mein Geld zurück", mit denen sie den sogenannten „Britenrabatt„ durchsetzte, sind legendär geworden.

Geheime Dokumente: Mit diesen Widerständen kämpfte Thatcher

Erst vor wenigen Wochen waren einst geheime Dokumente veröffentlicht worden, die zeigten, mit welchen Widerständen Thatcher während des Falkland-Krieges zu kämpfen hatte. Besonders zu Beginn des Einsatzes im April 1982 gab es sogar aus den Reihen ihrer Partei, den konservativen Tories, Forderungen, die Falklandinseln Argentinien zu überlassen.

„Wir machen einen großen Fehler“, „bleiben Sie ruhig“, „wir können ohne einen Kampf davonkommen“, zitiert Thatcher in ihren Notizen Tory-Abgeordnete. Kenneth Clarke, heute Kabinettminister ohne Geschäftsbereich, sagte damals: „Hoffentlich denkt niemand, wir wollten gegen die Argentinier kämpfen. Wir sollten ein paar Schiffe in die Luft jagen, aber sonst nichts.“ Eine weitere Meinung war: „Lasst die Argentinier die Falklandinseln mit so wenig Aufhebens wie möglich haben.“

Die Welt würdigt Margaret Thatcher

Vertreter der EU hoben Thatchers Verdienste um Europa hervor. EU-Kommissionschef Manuel Barroso würdigte ihren Beitrag zur Erweiterung der EU um die Staaten Mittel- und Osteuropas. Thatcher habe die Gestalt des heutigen Großbritanniens geformt - dazu gehöre auch die besondere Rolle, die das Land bis heute in der EU spiele.  "Trotz unserer klaren politischen Differenzen ist Margaret Thatcher eine Gestalt von geschichtlicher Bedeutung", heißt es in einer Erklärung von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Sie sei „zu Beginn ihrer Amtszeit“ auch eine überzeugte Europäerin gewesen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete Thatcher als "Frau von Größe". Die ehemalige britische Premierministerin sei eine „große Führerin“ gewesen und habe eine ganze Generation von Politikern inspiriert. Der frühere Sowjetpräsident Michail Gorbatschow betonte Thatchers Beitrag zum Ende des Kalten Krieges. „Margaret Thatcher hat für immer einen Platz in unserer Erinnerung und in der Geschichte“, teilte der Friedensnobelpreisträger am Montag mit.

mm/dpa

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