Merkel: Ansatz für Multikulti gescheitert

Potsdam - Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hat von ausländischen Zuwanderern das Erlernen der deutschen Sprache verlangt. In der Vergangenheit sei von ihnen zu wenig gefordert worden.

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“Die, die teilhaben wollen, müssen nicht nur unsere Gesetze achten, sondern auch unsere Sprache beherrschen“, betonte sie am Samstag auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Potsdam. In der jungen Generation nehme der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund zu, sagte die Kanzlerin. Der Islam sei ein Teil Deutschlands, erinnerte sie an die Aussage von Bundespräsident Christian Wulff. “Das sieht man nicht nur am Fußballspieler (Mesut) Özil.“ Es gebe gelungene, aber auch nicht gelungene Beispiele für Integration. “Der Ansatz für Multikulti ist aber gescheitert“, sagte Merkel.

Man dürfe sich nicht auf des Fördern von Zuwanderern beschränken. Das Fordern sei in der Vergangenheit zu kurz gekommen, so die Kanzlerin. Dies bedeute aber auch, den betroffenen Menschen eine Chance zu geben. Am Vortag hatte der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer in Potsdam betont: “Multikulti ist tot.“ Die Delegierten der CDU/CSU-Nachwuchsorganisation mit rund 125 000 Mitgliedern kommen einmal im Jahr zu ihrem Deutschlandtag zusammen. Im Vorfeld hatte JU-Chef Philipp Mißfelder das mangelhafte konservative Profil der Mutterparteien CDU und CSU bemängelt.

dpa

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