Merkel: Mieten könnten deutlich steigen

München - Die Mieten in Deutschland könnten in den kommenden Jahren deutlich steigen. Das kündigte Kanzlerin Merkel an. Die Mieter sollen damit einen höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

So sollten Hausbesitzer künftig einen größeren Teil der Kosten für Wärmedämmung oder neue Heizungen auf die Mieter umlegen dürfen. Der Deutsche Mieterbund reagierte empört. “Es kann nicht sein, dass die energetische Sanierung auf dem Rücken der Mieter ausgetragen wird“, sagte Verbandssprecher Ulrich Ropertz.

Merkel: "Das findet natürlich nicht jeder gut"

Das Bundeskabinett hatte im Energiekonzept unter anderem beschlossen, den Wärmeverbrauch in Gebäuden bis 2050 um 80 Prozent zu senken. Statt bisher ein Prozent sollen künftig jährlich zwei Prozent des Hausbestands saniert werden. Nach Protest der Hauseigentümer hatte die Regierung aber Pläne für einen Zwang zur Sanierung fallengelassen. Mehr Förderung vom Staat als bisher soll es ebenfalls nicht geben.

Merkel sagte der “Süddeutschen Zeitung“, die Pläne, den Vermieter mehr Kosten überwälzen zu lassen, sei für einen besseren Klimaschutz unabdingbar. “Das findet natürlich auf den ersten Blick nicht jeder gut, aber es ist doch verständlich, dass sich solch eine Investition in die Zukunft sowohl für den Vermieter als auch für den Mieter lohnen muss“, betonte Merkel. Der Mieter profitiere auf Dauer von niedrigeren Energiekosten.

Mieterbund: Rechnung ist falsch

Allerdings rechnete der Mieterbund vor, dass energetische Sanierungen die Bewohner bereits heute teuer zu stehen kommen können. Der Vermieter darf laut Paragraf 559 BGB elf Prozent seiner Sanierungskosten auf die Jahresmiete aufschlagen. Durchschnittlich lägen heute zum Beispiel die Wärmekosten einer 70-Quadratmeter-Wohnung bei 82 Euro. Ließe sich die Hälfte einsparen, wäre der Kostenvorteil immer noch wesentlich kleiner als die Mieterhöhung, rechnete Ropertz vor. “Selbst als Interessenvertreter sage ich nicht, der Mieter muss nach der Sanierung einen Gewinn haben“, sagte der Verbandssprecher. “Aber es kann nicht sein, dass die Mieter alles zahlen.“

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Der Eigentümerverband Haus und Grund begrüßte die Ankündigung der Kanzlerin dagegen. Zur Rechtslage der heute schon hohen Umlagequoten sagte Sprecher Aloexander Wiech, dies sei “nur in der Theorie“ möglich. In der Praxis würden den Vermietern Nachweise abverlangt, wie hoch genau die Energieersparnis durch eine Sanierung sei.

Rubriklistenbild: © dpa

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