Merkel will Kritiker in Koalition packen

+
“So kann das nicht weitergehen“, soll Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Unionsfraktion geschimpft haben.

Berlin - Die Kanzlerin kündigt hartes Durchgriefen an: Angesichts des schlechten Erscheinungsbildes der Koalition will Angela Merkel (CDU) künftig persönlich interne Kritiker bändigen.

Die CDU-Chefin mahnte die Unionsfraktion am Dienstag: “So kann das nicht weitergehen“, wie ein Sitzungsteilnehmer der Nachrichtenagentur DAPD sagte. Vor allem die Tonalität mancher Äußerungen missfalle ihr. Künftig werde sie bei solchen Vorfällen einschreiten.

In der FDP-Fraktion kündigte Merkel an, die gemeinsamen Erfolge künftig stärker in den Vordergrund zu stellen. Die Koalitionspartner hatten sich in den vergangenen Wochen unter anderem als “Wildsau“ und “Gurkentruppe“ beschimpft. Die Umfragwerte von Union und FDP rutschen immer weiter in den Keller. Merkel rügte insbesondere den stellvertretenden Unionsfraktionschef und Vorsitzenden des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs, wie der Sitzungsteilnehmer berichtete. Man müsse nicht gleich zu Superlativen greifen, wenn man kritisch sein wolle, sagte Merkel den Angaben zufolge. Fuchs hatte die Erhöhung der allgemeinen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung als “tödliches Spiel für Arbeitsplätze in Deutschland“ bezeichnet. Der Sitzungsteilnehmer berichtete, das Konzept der Gesundheitsreform sei in der Fraktion auf breite Zustimmung gestoßen. Fragen zu den Zusatzbeiträgen seien ausgeräumt worden. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) sei mit Applaus begrüßt worden.

Die Bundesregierung: Merkel und ihre Minister

Die Bundesregierung: Merkel und ihre Minister

Bei ihrem Besuch in der FDP-Bundestagsfraktion sagte Merkel mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen, dass sich zu Beginn die Union “vielleicht ein bisschen zu klein und die FDP ein wenig zu groß gemacht habe“, erfuhr die Nachrichtenagentur DAPD aus Teilnehmerkreisen. Daraus solle jedoch keine Missgunst entstehen, habe sie hinzugefügt. Zudem habe sie gesagt, dass es vernünftiger wäre, die Erfolge in den Vordergrund zu stellen, wie Koalitionskreise berichteten. Beim Umgangston müsse man auf allen Seiten einen Gang zurückschalten und gegenseitig vertrauensvoll miteinander umgehen. Die Gesundheitsreform bezeichnete sie als “eines der größten politischen Unterfangen, das man sich vorstellen kann“.

apn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare