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Merkel zu Besuch in Washington - Museumsbesuch mit Obama

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Merkel und Obama
Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama bei der G7-Konferenz 2015 auf einer Wiese bei Schloss Elmau vor der Wettersteinspitze. © Michael Kappeler/dpa POOL/dpa

Mit dem Ex-Präsidenten Obama verbindet die Ex-Kanzlerin Angela Merkel eine echte Freundschaft. Bei einem Besuch in Washington zieht es die beiden ins Museum.

Berlin/Washington - Besuch bei einem alten Bekannten: Angela Merkel hat sich in Washington knapp sieben Monate nach ihrem Ausscheiden aus dem Kanzleramt mit Ex-Präsident Barack Obama getroffen.

Gemeinsam besuchten beide am Dienstag in der US-Hauptstadt das Nationalmuseum zur afroamerikanischen Geschichte und Kultur. Am Mittwoch wurde auch ein neues Detail bekannt, welchen Aufgaben sich Merkel nach dem Ende ihrer 16-jährigen Kanzlerschaft widmen will. Nach Angaben einer Sprecherin will sie den Vorsitz der Jury des portugiesischen Gulbenkian-Preises für Menschlichkeit übernehmen.

Obama (60) twitterte ein Foto von dem Museumsbesuch, auf dem die Altkanzlerin und frühere CDU-Vorsitzende (67) zusammen mit ihm von hinten in einem Saal zu sehen sind, in dem sich Wasser durch eine kreisförmige Öffnung in der Decke in ein Bassin ergießt. Dazu schrieb er unter anderem über Merkel: „Ich fühle mich glücklich, sie eine Freundin nennen zu dürfen.“

Obama erklärte in dem Tweet weiter, er habe als Präsident gesehen, wie Merkel mit ihrem weisen Pragmatismus, ihrer guten Laune und ihrem unerbittlichen moralischen Kompass durch Krisen geführt habe. Er sei dankbar für die Gelegenheit, das Smithsonian-Museum für Afroamerikanische Geschichte und Kultur besuchen zu dürfen. Es sei eine Erinnerung daran, dass sich Amerika ständig weiterentwickele. Smithsonian ist der bedeutendste Museumsverbund der USA mit Sitz in der Hauptstadt Washington.

Nationalmuseum zur afroamerikanischen Geschichte und Kultur

Das Museum ist nach eigener Darstellung das einzige US-Nationalmuseum, das sich ausschließlich der Dokumentation des afroamerikanischen Lebens, der Geschichte und Kultur widmet. Es wurde 2016 eröffnet und steht an der historischen Flaniermeile National Mall nahe dem Weißen Haus. Obama hatte das Museum damals feierlich eröffnet. Ein großer Teil des eindrücklichen Baus liegt unter der Erde.

Eine Sprecherin Merkels bestätigte den Besuch in Washington. Die Kanzlerin a.D. sei seit Montag zu „nachamtlichen politischen Gesprächen“ dort und werde am Donnerstag nach Berlin zurückkehren. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Merkel hatte in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass sie nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft viel reisen wolle - auch in die USA. Anfang April hatte Merkel Florenz und die italienische Hauptstadt Rom besucht.

Das Verhältnis von Merkel zu Obama, der von 2009 bis 2017 US-Präsident war, galt nicht immer als ungetrübt. So war 2013 bekannt geworden, dass der US-Geheimdienst NSA über Jahre Merkels Handy ausspioniert hatte. „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht“, hatte sich Merkel damals verärgert gezeigt.

Ex-Kanzlerin will Vorsitz der Gulbenkian-Jury übernehmen

Merkel werde aller Voraussicht nach im Herbst den Vorsitz der Jury des portugiesischen Gulbenkian-Preises für Menschlichkeit übernehmen, teilte die Merkel-Sprecherin zudem auf dpa-Anfrage mit. Die Übernahme des Vorsitzes werde voraussichtlich verbunden mit der Teilnahme der Kanzlerin a.D. an der diesjährigen Preisverleihung.

Merkel hatte der Bundesregierung zuvor mitgeteilt, dass sie den Jury-Vorsitz übernehmen will. Nach einer Mitteilung im Bundesanzeiger hatte das Ampel-Kabinett am 15. Juni entschieden, dass es keine Bedenken gegen die Übernahme der Funktion gibt. Die Ministerrunde sei der entsprechenden Empfehlung eines beratenden Gremiums gefolgt.

Die vom armenischen Ölmagnaten und Kunstsammler Calouste Gulbenkian 1956 in Portugal gegründete gleichnamige Stiftung hat nach eigenen Angaben das Ziel, die Lebensqualität der Menschen durch Kunst, Wohltätigkeit, Wissenschaft und Bildung zu verbessern.

Die Stiftung hatte den Preis für die Menschlichkeit 2020 ins Leben gerufen. Vor zwei Jahren erhielt die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg als erste die mit einer Million Euro dotierte Auszeichnung. Thunberg wurde für ihren Kampf gegen Erderwärmung und Umweltzerstörung geehrt. 2021 ging die Auszeichnung an die Organisation Global Covenant of Mayors (den Globalen Konvent der Bürgermeister für Klima und Energie). Der Gewinner 2022 soll im Juli bekanntgegeben werden. dpa

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