1. Werra-Rundschau
  2. Politik

440 Gräber gefunden: Ukraine teilt neue Erkenntnisse – „Ich möchte das nicht Butscha nennen“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Richard Strobl, Patrick Mayer, Bettina Menzel, Andreas Schmid, Franziska Schwarz, Fabian Müller

Kommentare

Nachdem die Ukraine große Gebiete zurückerobern konnte, droht nun Putin mit einem Gegenschlag. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

440 Gräber gefunden: Ukraine teilt neue Erkenntnisse – „Ich möchte das nicht Butscha nennen“

Update vom 16. September, 16.00 Uhr: Ukrainische Ermittler haben nach eigenen Angaben im Gräberfeld bei Isjum einen weiteren beunruhigenden Fund gemacht: Die Rede ist von gefesselten und mit einem Strick um den Hals versehenen Leichen. Unterdessen sind nach russischen Angaben mehrere hochrangige Separatisten bei Explosionen getötet worden. Alle weiteren Nachrichten zur militärischen Lage im Ukraine-Krieg finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update vom 16. September, 12.20 Uhr: In der Großstadt Cherson ist nach russischen Angaben ein Gebäude der Besatzungsverwaltung mit Raketen angegriffen worden. Agenturen zufolge schlugen am Freitag fünf ukrainische Raketen in dem Gebäude ein. Dabei sei mindestens ein Mensch getötet und einer verletzt worden, hieß es. Unabhängig überprüft werden konnte das zunächst nicht. Aussagen des Vizechefs der Besatzungsverwaltung zufolge wurde sein Arbeitszimmer zerstört.

Seine Kollegin Katerina Gubarewa teilte mit, zum Zeitpunkt des Angriffs habe eine Beratung der Leiter der Stadt- und Gemeindeverwaltungen der russischen Besatzer stattgefunden. Cherson ist die einzige ukrainische Provinzhauptstadt, die die russischen Truppen seit dem Beginn des Angriffskriegs erobert haben. Das ukrainische Militär will die Stadt am Fluss Dnipro, in der vor dem Krieg rund 300.000 Menschen lebten, noch bis Jahresende zurückerobern.

Ukraine: Erneut Massengrab nach russischem Abzug? „Mehrzahl starb unter Beschuss“

Update vom 16. September, 11.04 Uhr: Bei den Leichenfunden in der befreiten ostukrainischen Kleinstadt Isjum handelt es sich Aussagen des ukrainischen Vermissten-Beauftragten zufolge nicht um ein Massengrab, sondern um viele Einzelgräber. „Ich möchte das nicht Butscha nennen - hier wurden die Menschen, sagen wir mal, zivilisierter beigesetzt“, sagte Oleh Kotenko dem TV-Sender Nastojaschtschee Wremja in der Nacht zum Freitag.

Ende März waren in dem Kiewer Vorort Butscha nach dem Abzug russischer Truppen Hunderte getötete Zivilisten angeblich teils mit Folterspuren gefunden worden. Butscha gilt seitdem als Symbol für schwerste Kriegsverbrechen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Jedoch gibt es über die Vorgänge bis heute gegenteilige Behauptungen: Der Westen spricht von einem russischen Massaker, der Kreml weist die Schuld weiter von sich.

Die Menschen in Isjum wiederum seien wohl gestorben, als Russlands Truppen die Stadt im Zuge der Eroberung Ende März heftig beschossen hätten, sagte Kotenko. „Die Mehrzahl starb unter Beschuss, wir haben das den Daten nach bereits verstanden: Die Menschen kamen um, als sie (die Russen) die Stadt mit Artillerie beschossen“, sagte Kotenko. Die Bestattungsdienste hätten zum Teil nicht gewusst, wer die vielen toten Menschen seien. Deshalb stünden auf einigen Kreuzen nur Nummern. Derzeit bemühten sich die Behörden, ein Register mit den Fundorten der Leichen zu finden.

ukraine krieg isjum Friedhof gräber zivilisten soldaten massengrab armee
Nicht identifizierte Gräber von Zivilisten und ukrainischen Soldaten, auf einem Friedhof in der kürzlich zurückeroberten Stadt Isjum (Bild vom 15. September 2022). ©  Evgeniy Maloletka/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Update vom 16. September, 6.45 Uhr: Nach dem Fund eines Massengrabs in der zurückeroberten Stadt Isjum warf der ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak den russischen Truppen Mord vor und veröffentlichte ein Foto von einem Waldgebiet mit grob gezimmerten Holzkreuzen. Alle in dem Massengrab gefundenen Leichen würden exhumiert und gerichtsmedizinisch untersucht, kündigte Jermak an. Weitere Informationen sollten am Freitag veröffentlicht werden. Regionalpolizeichef Sergej Botwinow sprach gegenüber dem Sender Sky News von einer Grabstätte mit etwa 440 Leichen, die in Isjum entdeckt worden sei. Einige der Menschen seien durch Schüsse getötet worden, andere während Bombardierungen gestorben.

Indes berichtete der Gouverneur des Oblast Charkiw, Oleh Syniehubow, dass russische Kräfte am Donnerstag befreite Gegenden einschließlich der Städte Isjum und Kupjansk angegriffen hätten. Der Mitteilung auf Telegram zufolge seien zwölf Zivilisten verletzt worden, darunter zwei Kinder im Alter von zwölf und 13 Jahren. Auch der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, berichtete von russischen Angriffen auf seine Stadt. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Nach Abzug russischer Truppen im Osten der Ukraine: Massengrab mit mehr als 400 Toten entdeckt

Update vom 15. September, 22.58 Uhr: Grausiger Fund im Osten der Ukraine: In der zurückeroberten Stadt Isjum in der Ostukraine ist ein Massengrab entdeckt worden. Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend. „Wir wollen, dass die Welt weiß, was die russische Besatzung verursacht hat“, sagte er, ohne Details zur Anzahl der Leichen oder die Todesursache zu nennen.  Die Ermittlungen hätten begonnen.

In Isjum sollen mehr als 440 Leichen gefunden worden sein, sagte der ukrainische Polizist Serhij Bolwinow dem Sender „Sky News“. Er sprach zudem von mehreren Massengräbern. Das größte liege im Gebiet von Isjum.

Video mit kremlnahem Oligarchen Jewgeni Prigoschin in Gefängnis sorgt für Aufsehen

Update vom 15. September, 14.15 Uhr: Mehr als ein halbes Jahr nach dem Einmarsch in die Ukraine sorgt in Russland ein Video für Aufsehen, das angeblich den kremlnahen Oligarchen Jewgeni Prigoschin beim Rekrutieren von Gefängnisinsassen als Kämpfer zeigen soll. In dem Video, das Anhänger des Kremlkritikers Alexej Nawalny und einige Medien verbreiteten, ist ein Mann zu sehen, der vor Gefangenen auftritt und ihnen die Freilassung verspricht, wenn sie sich für ein halbes Jahr als Söldner in der Ukraine verpflichten.

Er warnt jedoch, dass der Krieg schwerer sei als in Tschetschenien. Zugleich gibt er bekannt, dass schon Häftlinge auf russischer Seite im Einsatz sind. „Die ersten Gefangenen, die mit mir gekämpft haben, waren am 1. Juni beim Sturm des Wärmekraftwerks Wuhlehirsk dabei. 40 Leute aus Piter (St. Petersburg), Schwerverbrecher, rückfällig“, sagt er.

Eindeutig zur Echtheit des Videos äußern wollte sich Prigoschins Unternehmen Konkord zunächst nicht, teilte laut staatlicher Nachrichtenagentur Ria Nowosti aber mit: „Wir können bestätigen, dass der Mann in dem Video Jewgeni Viktorowitsch (Anm.: Prigoschin) verdammt ähnlich sieht.“ Der Mann unterstütze die russische „Spezialoperation“ und sei ein hervorragender Redner, hieß es weiter. In der Vergangenheit hatten Medien immer wieder darüber berichtet, dass Prigoschin die berüchtigte Söldnereinheit „Wagner“ finanzieren soll.

Seit Wochen gibt es Berichte darüber, dass Russland wegen zunehmenden Personalmangels an der Front auch in den Gefängnissen ekrutiert. Eine Generalmobilmachung in Russland hat der Kreml bislang ausgeschlossen - wohl auch aus Imagegründen. Prigoschin hat Wladimir Putin, der einst in der Stadtverwaltung von St. Petersburg arbeitete, angeblich oft in seinem Restaurant bewirtet - weshalb er den Beinamen „Putins Koch“ trägt. Der Chef der Gruppe Wagner steht im Fokus – und äußert sich zu einem veröffentlichten Video in bemerkenswerter Weise.

Ukraine-Krieg
Jewgeni Prigoschin, fotografiert im März 2017 in Moskau. (Archivfoto) © imago stock & people / Imago Images

Nach Demütigung durch Ukraine: Russland bombardiert Charkiw – Rotes Kreuz widerspricht Putin

Update vom 15. September, 11.22 Uhr: Nach einen russischen Angriff auf die Industriestadt Krywyj Rih - der Heimatstadt von Selenskyj - brach am Mittwoch ein Damm des Flusses Inhulets. Befürchtet wurde ein massives Hochwasser. Der Leiter der Militärverwaltung in der Region, Valentyn Reznichenko, informierte jetzt auf Telegram über die aktuelle Lage.

112 Gebäude seien überflutet und elf Menschen aus den Wassermassen gerettet worden. Der Wasserstand des Flusses sei um 90 Zentimeter angestiegen. Um ihn wieder zu senken, seien ein Tor gebaut und Hindernisse im weiteren Flusslauf gesprengt worden.„Die Situation ist unter Kontrolle und das Problem wird bald behoben sein“, schreibt Reznichenko.

Ukraine-News: Rotes Kreuz widerspricht Putin zu Kriegsgefangenen

Update vom 15. September, 10.50 Uhr: Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes widerspricht der Darstellung Wladimir Putins, im Krieg mit der Ukraine gewähre nur Russland der internationalen Hilfsorganisation Zugang zu Kriegsgefangenen. Putin hatte dies unter anderem im Telefonat mit Bundeskanzler Scholz Anfang der Woche behauptet.

Matthex Morris, Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes, sagte dem Online-Magazin Telepolis, es gebe auf beiden Seiten Verstöße gegen die Genfer Konventionen zu Kriegsgefangenen. „Bislang konnten wir nur Hunderte von Kriegsgefangenen auf beiden Seiten des internationalen bewaffneten Konflikts in der Ukraine besuchen, aber wir wissen, dass es noch Tausende gibt, zu denen wir Zugang brauchen“, wird er zitiert.

Das Rote Kreuz werde weiterhin Zugang zu allen Kriegsgefangenen fordern, so Morris, und biete weiterhin seine Unterstützung als neutraler Vermittler an. Das Rote Kreuz hat nach eigenen Angaben seit Beginn des Krieges in der Ukraine mehr als 3200 Familien mit Nachrichten über ihre Angehörigen versorgt. „Diese Arbeit gibt den Familien Hoffnung“, so der Sprecher.

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten sollen in Panik geflohen sein - Geheimdienst-Bericht gibt Einblick

Update vom 15. September, 10.20 Uhr: Mehrere Gebiete konnte die Ukraine in den vergangenen Tagen von den russischen Besatzern zurückerobern. Aus Städten wie Isjum oder Gebiete rund um den Fluss Oskil nahe Charkiw haben sich russische Streitkräfte weitgehend zurückgezogen, heißt es im aktuellen Lagebericht des britischen Geheimdienstes. Das Geschehen sei teils dramatisch verlaufen, so die Informationen der Briten: Russische Soldaten seien in Panik geflohen und hätten militärisches Equipment einfach liegenlassen. Mehr zum aktuellen Geheimdienst-Bericht zum Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Update vom 15. September, 10.05 Uhr: Sechseinhalb Monate nach Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich der Wind gedreht: Die ukranische Armee drängt die russischen Invasoren zurück. Gustav Gressel, Militärexperte am European Council on Foreign Affairs, ist optimistisch: Wladimir Putin, sagt er, bleibe nur eine Option. In einem Interview mit dem Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA, erklärt er, warum die Ukraine jetzt den Krieg gewinnen kann.

Update vom 15. September, 6.45 Uhr:  Der Kiewer Bezirk Charkiw wurde in der Nacht auf Donnerstag offenbar von russischen Raketen angegriffen, wie der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, auf Telegram erklärte. Es seien zunächst keine Verletzten oder Schäden gemeldet worden, hieß es weiter.

Nach Niederlage im Gebiet Charkiw: Kritische Stimmen in Russland geben Verteidigungsminister die Schuld

Indes teilten die Kriegsforscher der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) in ihrem Bericht vom Mittwoch mit, dass in Russland Stimmen laut würden, die den Verteidigungsminister Sergej Schoigu für die Niederlage im Gebiet Charkiw verantwortlich machen. Aus diesem Grund würde nun Jewgeni Prigoschin, der als Finanzier der Söldnergruppe Wagner gilt, als „Gesicht“ der russischen Invasion etabliert, so die ISW-Experten weiter. Einige Blogger in Russland sollen offenbar dazu aufgerufen haben, den Verteidigungsminister durch Prigoschin zu ersetzen.

Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten sollte laut Selenskyj offenbar „unter Wasser“ gesetzt werden

Update vom 14. September, 22.25 Uhr: Nach den Erfolgen der ukrainischen Gegenoffensive ist offenbar die Heimatstadt von Wolodymyr Selenskyj durch die Russen bombardiert worden. Konkret: Die Industriestadt Krywyj Rih wurde nach ukrainischen Angaben an diesem Mittwoch von russischen Marschflugkörpern getroffen. Der ukrainische Präsident bestätigte, dass ein Wasserkraftwerk am Fluss Ingulez beschädigt worden sei.

Er sprach von einem Versuch, seine Heimatstadt unter Wasser zu setzen. Nicht verifizierte Videos zeigten, dass der Wasserstand des Ingulez rasch anstieg. „Alles was die Besatzer können ist Panik zu säen, eine Notlage zu schaffen, Menschen ohne Licht, Wärme, Wasser oder Lebensmittel zu lassen“, schrieb Selenskyj auf Telegram. „Kann uns das brechen? Keineswegs.“ Durch den „massiven Raketenangriff“ seien hydrotechnische Anlagen schwer beschädigt worden, teilte auch der Verwaltungschef des Gebietes Dnipropetrowsk, Valentin Resnitschenko, mit. In einigen Teilen der Stadt sei die Wasserversorgung ausgefallen.

Heimatstadt von Wolodymyr Selenskyj bombardiert: Marschflugkörper treffen offenbar großen Staudamm

Update vom 14. September, 21.25 Uhr: Die zentralukrainische Industriestadt Krywyj Rih ist nach Behördenangaben am Mittwoch von russischen Marschflugkörpern getroffen worden. Durch den „massiven Raketenangriff“ seien hydrotechnische Anlagen schwer beschädigt worden, teilte der Verwaltungschef des Gebietes Dnipropetrowsk, Valentin Resnitschenko, mit. In einigen Teilen der Stadt sei die Wasserversorgung ausgefallen. Nicht verifizierte Videos zeigten außerdem, dass der Fluss Ingulez rasch anstieg. Der Fluss wird vor der Stadt gestaut.

Resnitschenko sprach von sieben Marschflugkörpern Ch-22, die aus der Entfernung von russischen Kampfflugzeugen abgefeuert worden seien. Auch die Transportinfrastruktur sei angegriffen worden. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht. Im Präsidialamt in Kiew war die Rede von acht anfliegenden Raketen. Vizechef Kyrylo Tymoschenko sprach von einem Terrorakt, weil kritische Infrastruktur getroffen worden sei. Krywyj Rih ist die Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Videos bei Twitter sollen einen schwer beschädigten Staudamm zeigen, dessen Wassermassen ein Tal hinunterströmen.

Mehr als 53.000 russische Soldaten tot? Ukraine veröffentlicht neue Zahlen zu Verlusten

Update vom 14. September, 19.25 Uhr: Nach der militärisch erfolgreichen Gegenoffensive in der Region Charkiw und in Teilen des Donbass hat das ukrainische Verteidigungsministerium angebliche Verluste der russischen Invasionsarmee nach Einschätzung von Kiew veröffentlicht.

Demnach sollen seit Beginn der Kämpfe am 24. Februar bis zum heutigen 14. September rund 53.650 russischen Soldaten getötet worden sein. Zudem nimmt die ukrainische Seite für sich in Anspruch, dass angeblich 2180 russischen Panzer zerstört oder erbeutet wurden. Zudem haben die Russen demnach 4665 gepanzerte Fahrzeuge verloren sowie angeblich 1290 mobile Artillerie-Geschütze.

246 Kampfjets sowie 215 Helikopter sollen ebenfalls zu den Verlusten der russischen Seite zählen sowie 908 Drohnen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Informationen nicht.

Estland und Deutschland schicken Feldlazarett: Zur Unterstützung der Ukraine im Kampf gegen Russland

Update vom 14. September, 18.55 Uhr: Estland hat in Zusammenarbeit mit Deutschland ein weiteres Feldlazarett in die Ukraine zur Unterstützung im Kampf gegen Russland entsandt. Das Projekt wurde nach estnischen Angaben von Deutschland mit rund 7,7 Millionen Euro unterstützt.

Wie das Zentrum für Verteidigungsinvestitionen in Tallinn am Mittwoch mitteilte, besteht das verlegbare Feldlazarett unter anderem aus acht medizinischen Spezialcontainern und mehreren Zelten. Es könne von einem geschulten Team innerhalb einer Stunde aufgebaut werden. Vollständig errichtet betrage die Größe des Krankenhauses etwa 425 Quadratmeter. Estland und Deutschland haben der Ukraine bereits im März ein in gemeinsamer Initiative gefertigtes Feldlazarett geliefert. Bislang sind darin estnischen Angaben zufolge fast 2000 Menschen mit unterschiedlich schweren Verletzungen medizinisch versorgt worden.

Nach Rückeroberungen in Region Charkiw: Ukrainisches Militär soll Verteidigungsanlagen errichten

Update vom 14. September, 17.55 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben die russischen Angreifer zu weiten Teilen aus der östlichen Region Charkiw vertrieben. Nun geht der Generalstab in Kiew offenbar zu einer Offensive in der Region Luhansk über.

Um die Rückeroberung der kürzlich befreiten Gebiete durch russische Streitkräfte zu verhindern, werde die Ukraine umgehend damit beginnen, dort neue Befestigungsanlagen zu errichten. Dies kündigte Ministerpräsident Denys Schmyhal laut dem ukrainischen Medienprojekt The Kyiv Independent an.

Update vom 14. September, 14.55 Uhr: Seit den Kampfniederlagen in der Ukraine schwillt die Kritik am russischen Militär an - zuletzt auch von Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow. Der Hardliner prangerte auf Telegram die „Fehler“ russischer Generäle an. Er steht mit seinem Unmut offenbar nicht allein da. Im russischen Staats-TV gibt es ungewohnte Töne gegen den Kremlchef.

Explosion während Besuch im befreiten Isjum: Selenskyj spricht einfach weiter

Update vom 14. September, 14.47 Uhr: Bei Wolodymyr Selenskyjs Überraschungsbesuch in Isjum kam es zu einer Explosion, wie das Portal Nexta berichtet - der ukrainische Präsident habe seine Rede vor Soldaten dort dennoch nicht unterbrochen. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

Ukraine-Krieg: Selenskyj besucht die befreite Stadt Isjum in der Ostukraine
Aufnahme vom 14. September: Selenskyj bei der Zeremonie zur Hissung der ukrainischen Flagge in Isjum © Leo Correa/dpa

Ukrainische Kämpfer haben Isjum vor wenigen Tagen zurückerobert. Bewohner der ostukrainischen Stadt schilderten CNN ihre Erlebnisse unter den russischen Besatzern. Der untere der beiden Clips soll den Vorfall in Isjum zeigen:

Saporischschja-Inspektion vergeblich? Ukrainischer Sicherheitsberater reagiert enttäuscht

Update vom 14. September, 13.46 Uhr: Die IAEA-Mission zum AKW Saporischschja war für Kiew offenbar eine Enttäuschung. Der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrats, Olexij Danilow, sagte laut Kyiv Independent nun, „nichts“ habe sich auf und rund um des Gelände seither geändert. Verifizieren ließen sich diese Angaben zunächst nicht.

Ein Team der Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) war Anfang September zu dem Kernkraftwerk gereist und hatte die Schäden an der Anlage inspiziert. Die Experten wollen möglichst eine Sicherheitszone um die Anlage einrichten. Bislang ist das offenbar nicht geschehen.

Eine Aufnahme des AKWs Saporischschja vom 2. September.
Eine Aufnahme des AKWs Saporischschja vom 2. September. © Dmytro Smolyenko/Imago

Rückeroberungen der Ukraine: Selenskyj reist nach Isjum

Update vom 14. September, 12.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs nie von dem Ziel abgerückt, Putins Armee aus der gesamten Ukraine zu drängen. Mit der erfolgreichen ukrainischen Gegenoffensive in der Ostukraine ist dies nun teilweise geglückt: Von den Russen monatelang besetzt gehaltene Gebiete wurden von der ukrainischen Armee wieder befreit.

Selenskyj machte sich nun bei einem Überraschungsbesuch in der befreiten Stadt Isjum selbst ein Bild von der Lage. Darüber berichten ukrainische Medien und zeigen Bilder des Präsidenten, umringt von Soldaten. „Unsere blau-gelbe (Flagge) weht über dem befreiten Isjum“, schreibt Selenskyj selbst in den sozialen Netzwerken. „Wir bewegen uns nur in eine Richtung - vorwärts und bis zum Sieg.“

Ukraine berichtet von russischem „Foltergefängnis“ – Überlebende schildern Taten

Update vom 14. September, 11.05 Uhr: Nach der Rückeroberung ostukrainischer Gebieten berichtet die Ukraine von Hinweisen auf Folter in den vormals russisch besetzten Orten. In der befreiten Stadt Balaklija sollen die russischen Besatzer im örtlichen Polizeirevier ein Foltergefängnis errichtet haben. Dies schildert der ranghohe ukrainische Polizist Serhij Bolwinow auf Facebook.

Während der monatelangen Besatzung seien im Keller des Gebäudes stets rund 40 Menschen eingepfercht gewesen. „Die Besatzer nahmen diejenigen mit, die beim Militär dienten oder dort Verwandte hatten, und suchten auch nach denen, die der Armee halfen“, schreibt der Leiter der Ermittlungsabteilung bei der Polizei Charkiw. Überlebende würden schildern, mit Stromschlägen malträtiert worden zu sein.

Aus anderen Orten in der Ostukraine gibt es Berichte über den Fund von Ermordeten, verifiziert sind diese Darstellungen bislang allerdings nicht. Die Ukraine meldet insgesamt über 40 Verdachtsfälle auf russische Kriegsverbrechen an Zivilisten.

Um mutmaßliche Kriegsverbrechen zu untersuchen, werden in den befreiten Gebieten der Ukraine auch Leichen exhumiert, so wie hier im Dorf Hrakowe.
Um mutmaßliche Kriegsverbrechen zu untersuchen, werden in den befreiten Gebieten der Ukraine auch Leichen exhumiert, so wie hier im Dorf Hrakowe. © David Ryder/ZUMA Press Wire/dpa

Ukraine-Offensive: Schrumpfen nun auch Russlands Waffenbestände?

Update vom 14. September, 9.50 Uhr: Nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes hat Russland im Ukraine-Krieg iranische Kampfdrohnen eingesetzt. Russlands eigene Waffenbestände würden zusammenschrumpfen, deshalb beziehe Putin mit großer Sicherheit Waffen aus sanktionierten Staaten wie Iran oder Nordkorea, heißt es im täglichen Bericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Wahrscheinlich habe die russische Armee in der Ukraine jetzt erstmals auch iranische Drohnen eingesetzt, teilt Großbritannien mit. Am Dienstag, 13. September, habe die ukrainische Armee mitgeteilt, in der Nähe der Stadt Kupjansk eine unbemannte Drohne des Typs Shahed-136 niedergeschossen zu haben, eine Kampfdrohne mit einer Reichweite von 2500 Kilometern. Ähnliche Drohnen sind London zufolge im Nahen Osten eingesetzt worden.

Auf diesem von der iranischen Armee zur Verfügung gestellte Foto wird eine Drohne bei einer militärischen Drohnenübung im Iran gestartet.
Auf diesem von der iranischen Armee zur Verfügung gestellte Foto wird eine Drohne bei einer militärischen Drohnenübung im Iran gestartet. © Iranian Army/AP/dpa

Ukraine-Krieg: Russland kappt nun mobiles Internet in Luhansk

Update vom 14. September, 9.20 Uhr: Die russischen Besatzer in der Ukraine haben in der Region Luhansk offenbar das mobile Internet abschalten lassen. Das berichtet der ukrainische Gouverneur der ostukrainischen Region, Serhij Hajdji, auf dem Nachrichtenkanal Telegram. Russland habe die örtlichen Betreiber angewiesen, mobiles Internet aus „Sicherheitsgründen“ abzuschalten, schrieb Hajdaj. Dadurch solle laut Russland die „Verteidigungsfähigkeit“ der russischen Truppen erhöht werden, so der Militärgouverneur.

Die ukrainische Armee steht offenbar vor einer Gegenoffensive im besetzen Gebiet Luhansk. Russische Truppen haben sich aus ersten Orten im Nachbargebiet Luhansk zurückgezogen, teilte Hajdaj bereits am Dienstag, 13. September, mit. Unabhängig zu überprüfen sind diese Aussagen nicht.

Russische Soldaten fliehen zurück über die Grenze

Update vom 13. September, 21.21 Uhr: Nach Angaben des Pentagons fliehen russische Truppen aus der Region Charkiw zurück nach Russland. Das berichtet der US-amerikanische TV-Sender CNN. Der Pressesprecher des Pentagons, Brigadegeneral Pat Ryder, sagte am Dienstag: „Wir haben gesehen, dass einige russische Streitkräfte, vor allem im Nordosten, in der Region Charkiw, die Grenze zurück nach Russland überschritten haben, als sie sich von der ukrainischen Gegenoffensive zurückzogen.“

Der Pentagon-Sprecher relativierte allerdings kurz darauf: Russische Streitkräfte seien noch immer „in Massen in der Ukraine vorhanden“. Die USA zeigten sich derweil nicht überrascht, dass die ukrainischen Streitkräfte bei der Gegenoffensive „so schnell vorstießen“. Überrascht seien hingegen offensichtlich die Russen gewesen, so Ryder weiter.

Update vom 13. September, 17.55 Uhr: Bei ihrer Gegenoffensive hat die Ukraine in einer Woche im östlichen Gebiet Charkiw mindestens 300 Ortschaften mit knapp 150.000 Einwohnern auf 3800 Quadratkilometern zurückerobert. Das sagte Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar am Dienstag in Balaklija, einer der zurückeroberten Städte. Dies seien nur die bestätigten Zahlen, sagte sie einer Mitteilung auf Telegram zufolge. Vermutlich sei das befreite Territorium im Gebiet Charkiw fast doppelt so groß. Am Mittwoch werde es weitere Daten geben.

Die Ukraine wehrt seit Ende Februar den russischen Angriffskrieg ab. Seit Anfang September hat Kiew offiziellen Angaben nach bereits mehr als 6000 Quadratkilometer in der Süd- und Ostukraine zurückerobert. Russland hatte zwischenzeitlich mehr als 20 Prozent des Nachbarlandes kontrolliert. Die Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich nicht vollständig unabhängig überprüfen.

Ukraine-Offensive: „Dringende Evakuierung“ auf der Krim? Russland bringt wohl Führungspersonal in Sicherheit

Update vom 13. September, 15.50 Uhr: Als Reaktion auf die ukrainischen Gebietsgewinne sollen sich nun sogar erste russische Besatzer von der Krim zurückziehen. Das berichtet das ukrainische Portal Kyiv Independent mit Verweis auf ukrainische Geheimdienstberichte. Demnach laufe aktuell eine „dringende Evakuierung“ von russischen Stellvertretern, Geheimdienstoffizieren und Militärkommandeuren sowie ihren Familien an. Dem Bericht zufolge soll die Evakuierung eine direkte Reaktion auf die ukrainische Gegenoffensive sein. Die Informationen lassen sich aktuell nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-News: Russische Truppen verlassen offenbar Stadt in Luhansk

Update vom 13. September, 14.50 Uhr: Die Auswirkungen der ukrainischen Gegenoffensive im Nordosten der Ukraine reichen offenbar bereits bis in die selbsternannte Volksrepublik Luhansk. Der ukrainische Militärgouverneur in Luhansk vermeldete am Dienstag den Abzug russischer Truppen aus der Stadt Kreminna. „Heute ist Kreminna völlig leer“, schrieb Serhij Hajdaj über Telegram. Ukrainische Partisanen hätten sogar bereits die ukrainische Flagge über der Stadt gehisst. Eine Einnahme durch das ukrainische Militär sei jedoch noch nicht erfolgt. Die Meldungen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukrainische Militärfahrzeuge bewegen sich auf der Straße in dem befreiten Gebiet in der Region Charkiw, Ukraine.
Ukrainische Militärfahrzeuge bewegen sich auf der Straße in dem befreiten Gebiet in der Region Charkiw, Ukraine. © Kostiantyn Liberov/dpa

Kreminna liegt nur ca. 20 Kilometer von der Stadt Sjewjerodonezk entfernt, um die russische und ukrainische Truppen im Juni noch monatelang gekämpft hatten. Mit dem damaligen Rückzug der Ukraine aus Sjewjerodonezk und der Nachbarstadt Lyssytschansk fiel der letzte Widerstand in der Region Luhansk. Sollte es den ukrainischen Truppen gelingen, Kremmina einzunehmen, wäre das ein weitere bedeutender Gebietsgewinn in der aktuellen Offensive.

Ukrainischer Gegenoffensive: Erneute Stromausfälle in Charkiw

Update vom 13. September, 11.12 Uhr: Politiker befürchten hierzulande Stromausfälle aufgrund mangelnder Kapazitäten, die Ukraine erlebt sie bereits, allerdings aufgrund von Beschuss. In der Millionenstadt Charkiw und deren Umland ist erneut der Strom ausgefallen, dadurch ist unter anderem die U-Bahn dort stillgelegt.

Den Stromausfall begründeten die Behörden mit dem Beschuss der Stadt am Vortag. Dadurch sei eine Reserveleitung beschädigt worden, die mehrere Ortschaften versorgt habe. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

Update vom 13. September, 10.24 Uhr: Der Generalstab aus Kiew behauptet, dass durch die Verluste in der Ukraine die Moral der russischen Soldaten schwindet, während die Todesangst wächst. Nun will Kremlchef Wladimir Putin angeblich keine neuen Truppen mehr ins Kriegsgebiet schicken. Mehr Details zur kolportierten Lage in Russlands Militär hier.

Geheimdienst zu Putins Militär: Wird Jahre brauchen, um zu „Kampfstärke“ zurückzukehren

Update vom 13. September, 9.53 Uhr: Führende Einheiten des russischen Militärs sind durch ihren Überfall auf die Ukraine enorm geschwächt. Insbesondere in der Anfangsphase des Krieges habe es schwere Verluste gegeben, von denen sich die Truppen nicht erholt hätten, schätzt der britische Geheimdienst laut dem jüngsten Update des Verteidigungsministeriums in London.

Im Fall eines Krieges gegen die Nato sei vorgesehen, dass die prestigeträchtige Erste Gardepanzerarmee eine führende Rolle übernehme. Sie trat nun in Teilen aber den Rückzug aus Charkiw an. Durch die Verluste sei die konventionelle Kampfstärke Russlands gegen die Nato jedoch deutlich geschwächt. Es werde Jahre dauern, um diese wieder aufzubauen, hieß es von den Briten.

Analyse von US-Militärexperten: Erfolge für Ukraine machen Putins Militär zaghaft

Update vom 13. September, 7.23 Uhr: Das russische Militär könnte von der geplanten Entsendung neuer Truppen in die Ukraine zunächst absehen - wegen seiner aktuellen Verluste dort. So lautet das Urteil des „Institute for the Study of the War (ISW)„ in seiner jüngsten Lageanalyse. Zudem sinke der Kampfgeist der russischen Soldaten, schreiben die Militärexperten.

Nach den ukrainischen militärischen Erfolgen in Charkiw gelinge es den russischen Streitkräften nicht, ihre Frontlinien zu stärken, hieß es weiter. Das ISW ist ein Thinktank mit Sitz in Washington.

Selenskyj zur Gegenoffensive der Ukraine: Haben seit September 6000 Quadratkilometer zurückerobert

Update vom 13. September, 6.49 Uhr: Die ukrainische Gegenoffensive nimmt offenbar weitere Formen an. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj haben ukrainische Truppen mittlerweile 6000 Quadratkilometer Fläche zurückerobert. Dabei sollen sie auch den Fluss Siwerskyj Donez überquert und die von Russland besetzte Stadt Swjatohirsk in der Region Donezk unter ihre Kontrolle gebracht haben. Das berichtet der US-Sender CNN.

Update vom 12. September, 21.45 Uhr: Die ukrainischen Behörden haben in einer zurückeroberten Ortschaft im Osten der Ukraine nach eigenen Angaben vier Leichen mit „Spuren von Folter“ entdeckt. Erste Ermittlungen wiesen darauf hin, dass die in Salisnytschne in der Region Charkiw gefundenen Menschen „von russischen Soldaten während der Besetzung des Ortes“ getötet worden seien, schrieb die regionale Staatsanwaltschaft am Montag im Online-Netzwerk Facebook.

Drei der Leichen seien auf Privatgrundstücken gefunden worden, eine auf einem Fabrikgelände nahe dem Bahnhof. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die Behörden nach der ukrainischen Rückeroberung mehrerer Ortschaften Hinweise auf die Tötung mehrerer Bürger durch russische Soldaten erreicht. Die Leichen würden nun durch Rechtsmediziner untersucht, erklärte die Strafverfolgungsbehörde weiter. Es werde wegen Mordes und „Verstößen gegen das Kriegsrecht“ ermittelt.

Ukraine-Offensive in „dritter Phase“: Verteidigungsminister gibt Einblick in die Planung

Update vom 12. September, 21.46 Uhr: Die Gegenoffensive der Ukraine wirkt aktuell wie ein durchschlagender Erfolg. Jetzt hat der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow erklärt, die Offensive befinde sich aktuell in der „dritten Phase“. Der französischen Zeitung Le Monde sagte Resnikow nach Berichten von stern und ntv, man habe in der ersten Phase versucht, Russland von weiteren Angriffen abzuhalten. In der zweiten Phase habe man versucht, die Frontlinie zu stabilisieren.

Demnach habe die Armee-Führung den Plan auch nach den Waffenlieferungen aus dem Westen entworfen. Nach der Lieferung der Himars-Raketenwerfersysteme durch die USA habe man etwa angefangen, die Versorgungslinien der Russen abzuschneiden.

Update vom 12. September, 18.54 Uhr: Die Gegenoffensive der Ukraine geht offenbar weiter. CNN berichtet, dass Kiews Truppen den Fluss Siwerskyj Donez überquert haben und die Stadt Swjatohirsk eingenommen haben. Eine ukrainische Flagge weht demnach am Verwaltungsgebäude der Stadt. Dem Bericht nach wird dadurch russischen Truppen in der Region der Rückzug massiv erschwert. Besonders, falls die Soldaten der Ukraine noch weiter in Richtung Osten vordringen.

Russland rekrutiert neue Soldaten - „aus den ärmsten“ Regionen

Update vom 12. September, 18.42 Uhr: Russland hat offenbar neue Soldaten für den Ukraine-Krieg rekrutiert. Der Kyiv Independent berichtet unter Berufung auf den Geheimdienst der Ukraine, dass man Freiwillige aus dem entlegenen Osten für die Armee gewinnen konnte. Demnach handelt es sich um Menschen „aus den ärmsten und kältesten Regionen Russlands“.

Ukraine erreicht wohl Region Luhansk: Berichte über massenhafte Plünderungen fliehender Russen

Update vom 12. September, 16.30 Uhr: Läuft die ukrainische Gegenoffensive weiter an? Nach eigenen Angaben drängen Kiews Truppen die russischen Besatzer in einigen Gebieten im Osten und Süden zurück. So auch in der Donbassregion Luhansk?

Der Gouverneur der Oblast Luhansk, Serhiy Haidai, veröffentlichte auf Facebook ein Foto einer ukrainischen Flagge. Laut Kyiv Independent soll sie über einem Übergangsturm in Kuzemivka, einem Dorf in der Oblast Luhansk nahe der Grenze zur Oblast Charkiw, hängen.

Laut eigenen Angaben von Sonntagabend hat die Ukraine bisher rund 3.000 Quadratkilometer Fläche zurückerobert. Zur Einordnung: Das entspricht rund der dreifachen Fläche von Berlin. Russische Truppen haben jedoch nach wie vor eine Vielzahl an Gebieten unter Kontrolle.

Der Nachrichtendienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums berichtet nun von massenhaften Plünderungen der russischen Soldaten auf ihrer „Flucht“ aus dem Oblast Charkiw.

Russische Soldaten würden Generatoren und persönliche Gegenstände der Einwohner stehlen. So seien etwa Telefone oder Computer entwendet worden. Dem Geheimdienst zufolge gab es auch Fälle von Plünderungen in Bildungseinrichtungen. 

Ukriaine-Krieg: Strom-Totalausfall in Charkiw

Update vom 12. September, 14.40 Uhr: Erneuter Total-Stromausfall in der Ukraine. Diesmal ist die Metropole Charkiw betroffen. „Aufgrund von Beschuss sind Objekte der kritischen Infrastruktur außer Betrieb, infolgedessen fielen der Strom und die Wasserversorgung aus“, schrieb der Bürgermeister der Stadt, Ihor Terechow, auf Telegram. An der Behebung der Probleme werde gearbeitet. Abend zuvor hatte es bereits kurzzeitig einen großflächigen Stromausfall in den Gebieten Sumy, Charkiw, Donezk, Poltawa und Dnipropetrowsk gegeben.

Militärexperten zur Ukraine-Gegenoffensive: Putin macht „tödlichen Fehler“

Erstmeldung vom 12. September: Kiew/Washington - Der Thinktank „Institute for the Study of War“ (ISW) in Washington veröffentlicht seit der russischen Invasion in die Ukraine regelmäßig Analysen zum Kampfgeschehen  - die jüngste klingt für Kremlchef Wladimir Putin nicht gut.

Anlass für diese Einschätzung sind die Erfolge der Ukraine bei ihrer Gegenoffensive. „Putin riskiert einen häufigen, aber tödlichen Fehler, indem er zu lange wartet, um Verstärkungen an die Luhansk-Front zu schicken“, zitiert Focus Online aus dem Papier (Anm.: Die ISW-Webseite war am 12. September - Stand 11 Uhr - vorübergehend nicht zu erreichen.)

Gar ein „Zeit-und-Raum-Dilemma“ sehen die ISW-Militärexperten für Putin, denn eigentlich müsste die russische Armee Truppen von anderen Kampfplätzen abziehen, um in den von ihnen besetzten Gebieten eine neue Verteidigungslinie aufzustellen - dafür sieht das ISW allerdings keine Anzeichen.

Frontverlauf im Ukraine-Krieg: Experten sehen Verschiebung

Bereits am Vortag meldete das ISW, dass die ukrainischen Soldaten von Präsident Wolodymyr Selenskyj innerhalb von fünf Tagen mehr Gelände zurückgewonnen als die russischen Truppen insgesamt seit April besetzt hätten. „Die Befreiung von Isjum wird der größte militärische Erfolg der Ukraine seit dem Sieg in der Schlacht vor Kiew im März“, hieß es in dessen Lageanalyse. Damit sei der von Russland geplante Vormarsch auf den Donbass von Norden her gescheitert, meinten die Experten. (frs mit dpa-Material)

Auch interessant

Kommentare