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Ukraine-Krieg: Russland soll China um militärische Hilfe gebeten haben – Peking: „Das ist bösartig“

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Von: Christiane Kühl, Richard Strobl

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Einem US-Bericht zufolge hat Russland China im Ukraine-Krieg um militärische Unterstützung gebeten. Nun kamen Spitzenpolitiker der USA und China in Rom für sieben Stunden zusammen.

Update vom 15. März 2022, 07.55 Uhr: Sieben Stunden haben der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, und Chinas ranghöchster Außenpolitiker Yang Jiechi in Rom miteinander gesprochen. Es war eine Marathonsitzung, in der beide Seiten nach dem wenigen, was anschließend bekannt wurde, unter anderem ihre jeweiligen Standpunkte bekräftigten. Da es dafür aber sicherlich nicht sieben Stunden benötigen würde, ist anzunehmen dass es bei dem Gespräch auch um konkrete Maßnahmen im Ukraine-Konflikt* ging. Dazu war am Dienstagmorgen zunächst nichts bekannt.

Die US-Seite habe China vermittelt, „dass es erhebliche Konsequenzen geben wird, falls sie militärische oder andere Hilfe leisten, die natürlich gegen Sanktionen verstößt oder die Kriegsanstrengungen unterstützt“, sagte Regierungssprecherin Jen Psaki am Montagabend Ortszeit in Washington. Details nannte sie nicht.

In einem chinesischen Protokoll des Treffens heißt es, Yang habe die USA davor gewarnt, die Haltung Pekings zum Krieg falsch zu charakterisieren. „Yang Jiechi betonte, dass China jegliche Worte oder Taten entschieden ablehnt, die falsche Informationen verbreiten, Chinas Position verzerren oder verleumden“, heißt es in einem staatlichen Medienbericht. Yang sagte demnach zudem, dass „die Situation in der Ukraine einen Punkt erreicht hat, den die chinesische Seite nicht sehen will“. Yang bekräftigte, dass China Friedensgespräche unterstütze.

Update vom 14. März, 16.30 Uhr: In Rom sind unterdessen Joe Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan und Chinas ranghöchster Außenpolitiker Yang Jiechi zusammengetroffen. Eine öffentliche Stellungnahme im Anschluss an das erst am Sonntag bekannt gegebene Treffen zum Ukraine-Konflikt vom Montag war zunächst nicht geplant, wie die US-Botschaft in Italien mitteilte.

Daher war zunächst noch nichts über Inhalte oder Atmosphäre der Gespräche bekannt. Doch es gilt als sicher, dass beide Seiten über die Anti-Russland-Sanktionen des Westens im Ukraine-Krieg sprechen werden. Sullivan hatte Peking vor dem Treffen im US-Sender CNN vor miltärischen und wirtschaftlichen Hilfestellungen* gewarnt. Man wolle China nicht drohen, so Sullivan dort. "Aber wir teilen Peking direkt und unter vier Augen mit, dass die Umgehung von Sanktionen im großen Stil auf jeden Fall Konsequenzen haben wird." Peking hat die Sanktionspolitik stets kritisiert. Nach ersten Berichten kooperiert China allerdings trotzdem mit den Sanktionen*.

Peking weist Berichte über Hilfsbitten Moskaus zurück

Update vom 14. März, 10.45 Uhr: China hat die Berichte vom Wochenende zurückgewiesen, wonach Russland die chinesische Regierung nach Beginn des Krieges in der Ukraine um militärische und wirtschaftliche Hilfe gebeten haben soll. „In letzter Zeit haben die USA ständig Desinformationen gegen China verbreitet“, sagte ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums am Montag. „Das ist bösartig“. China habe immer eine konstruktive Rolle bei der Förderung von Friedensgesprächen gespielt. Etwas später dementierte am Montag auch Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow die Berichte.

Bislang gibt es zwar keine konkreten Vorwürfe, das China auch wirklich militärische Hilfe für Russland vorbereitet. Die USA sehen aber laut verschiedener Medienberichte „Anzeichen“ dafür. Umso wichtiger wird das bereits zuvor vereinbarte Treffen des Nationale Sicherheitsberater der USA Jake Sullivan mit Yang Jiechi, dem hochrangigsten Außenpolitiker Chinas, am heutigen Montag in Rom. Yang ist Direktor des Büros der Kommission für auswärtige Angelegenheiten und vom Rang her damit höher als der im Ausland bekanntere Außenminister Wang Yi.

Russland bittet China wohl um Hilfe im Ukraine-Konflikt

Erstmeldung vom 13. März 2022: Washington - Der russische Vormarsch im Ukraine-Krieg stockt weiter und Wladimir Putin* konnte seine Ziele nach Expertenmeinung bislang kaum erreichen*. Viel spekuliert wurde seit Beginn des Krieges über die Rolle Chinas, das als strategischer Partner Russlands gilt. Zuletzt hatte sich Peking als möglicher Vermittler ins Spiel gebracht. Doch nun gibt es einen US-Bericht, wonach Russland China* um militärische und wirtschaftliche Unterstützung gebeten haben soll.

Die britische Zeitung Financial Times berichtet unter Berufung auf US-Beamte, dass Russland schon seit Beginn des Krieges in der Ukraine militärische Ausrüstung und andere Hilfe bei China angefordert habe. Einzelheiten, welche potenziellen Rüstungsgüter gemeint seien, nennt das Blatt nicht. Auch die Washington Post und die New York Times berichten über die potentielle Anfrage Russlands.

Im Weißen Haus löst diese Information dem Bericht nach Besorgnis aus. Die Angst ist, dass China Russland* zur Seite stehen könnte und so die westliche Unterstützung der Ukraine untergraben könnte. Dem Bericht nach bereiten sich die USA nun darauf vor seine Verbündeten vor einem möglichen Eingreifen Chinas zu warnen. Demnach gebe es Anzeichen, dass sich China möglicherweise darauf vorbereite Russland zu helfen.

Der russische Präsident Wladimir Putin (l) steht neben dem chinesischen Präsidenten Xi Jinpingder anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde von der Staatlichen Universität St. Petersburg an Xi im Rahmen des Internationalen Wirtschaftsforums St. Petersburg.
Springt China Russland zur Seite? Die Präsidenten Wladimir Putin und Xi Jinping (Archivbild) © Dmitri Lovetsky/dpa

Ukraine-Konflikt: Meldung kurz vor USA-China-Treffen

Eine offizielle Stellungnahme gibt es zu der Meldung weder aus den USA noch aus Peking. Die Financial Times veröffentlichte diese Informationen nur einen Tag bevor Joe Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan sich am Montag mit dem obersten chinesischen Außenpolitiker Yang Jiechi treffen soll. Bei dem Treffen in Rom gehe es darum, „Kommunikationskanäle offen zu halten“, erklärte das Weiße Haus am Sonntag. Zudem sollten die Folgen des Kriegs in der Ukraine für die regionale und globale Sicherheit besprochen werden. Yang ist als Staatsrat der ranghöchste Außenpolitiker der Kommunistischen Partei Chinas*, noch über Außenminister Wang Yi.

Dem Bericht der Financial Times nach warnte Sullivan China vor seiner Abreise nach Rom davor Russland zu „retten“ - etwa, indem Peking helfe, die Sanktionen zu umgehen.

Allerdings widersprach der Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington der Meldung. „Davon habe ich nie etwas gehört“, zitiert die Bild Liu Pengyu auf die Frage, ob Russland seine Nation um militärische Hilfe im Ukraine-Konflikt gebeten hatte.

Alle aktuellen Nachrichten zum Krieg gibt es in unserem News-Ticker zum Ukraine-Konflikt. Den Hintergrund des Ukraine-Krieges* haben wir hier für Sie zusammengefasst. (rjs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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