Bad Nenndorf: Gericht erlaubt Gegendemo

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Mit Glatze steht ein Rechtsextremist im Jahr 2008 während eines Neonazi-Aufmarsches in der Innenstadt von Bad Nenndorf.

Lüneburg/Bad Nenndorf - Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat eine Protestaktion gegen Neonazis im niedersächsischen Bad Nenndorf nun doch gestattet.

Gericht erlaubt Neonazi-Demo - Gegendemo verboten

Das Gericht entschied am Freitagabend, dass auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Samstag in dem kleinen Kurort demonstrieren darf. In erster Instanz war die DGB-Demo zunächst vom Verwaltungsgericht Hannover mit dem Argument verboten worden, die Einsatzkräfte der Polizei reichten nur für eine Kundgebung aus. Dagegen hatte unter anderem Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) protestiert. Beide Demonstrationen dürfen nun getrennt voneinander stattfinden.

Über 1.000 Rechtsextreme erwartet

Der Kreis Schaumburg erwartet bei dem Aufmarsch mindestens 1.000 Rechtsextremisten und 2.000 bis 3.000 Gegendemonstranten. Neonazis melden seit 2006 regelmäßig im August in Bad Nenndorf einen sogenannten Trauermarsch an, um gegen angebliche “Kriegs- und Nachkriegsverbrechen“ der alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkrieges an deutschen Nationalsozialisten zu protestieren. Der unter anderem unter dem Motto “Besatzer raus!“ stehende Aufmarsch hat im Laufe der Jahre für die rechte Szene überregional Bedeutung erlangt. Er ist zu eine Art Ersatz für die Rudolf-Heß-Gedenkveranstaltungen geworden, die bis zu ihrem endgültigen Verbot ebenfalls alljährlich im August organisiert wurden.

dpa/DAPD

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