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Neue Studie fordert weiteren Heizkostenzuschuss 2022 für Wohngeld-Empfänger

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Die Ampel will neue Entlastungen auf den Weg bringen. Eine neue Studie befindet: Ein weiterer Heizkostenzuschuss 2022 muss her.

Berlin – Viel wird diskutiert, wie ein neues Entlastungspaket der Bundesregierung für Verbraucherinnen und Verbraucher aussehen könnte. Eine Pressekonferenz von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) am Rande der Klausurtagung in Meseberg erwies sich als wenig erkenntnisreich. Welche Entlastungen kommen letztlich wirklich?

Eine neue Studie kommt zum Schluss: Sinnvoll wären ein weiterer Heizkostenzuschuss 2022 für Wohngeldempfänger und ein 29-Euro-Monatsticket für den ÖPNV.

Heizkostenzuschuss 2022: Wohngeld-Empfänger sollen laut Studie weiteren Heizkostenzuschlag erhalten

Eine Untersuchung des DIW Econ im Auftrag der Klima-Allianz zu Entlastungsmaßnahmen ist abgeschlossen. DIW Econ, ein Tochterunternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), kommt darin zu einem klaren Schluss und einem Rat an die Politik: Ein Heizkostenzuschuss 2022 für Wohngeldempfänger wird empfohlen, ebenso wie ein 29-Euro-Ticket für Bus und Bahn. Untersucht worden waren in der wissenschaftlichen Studie verschiedene mögliche Entlastungsmaßnahmen im Hinblick auf ihre ökologischen sowie sozialen Auswirkungen. Das Ticket und der Heizkostenzuschlag schnitten gut ab.

Leere Geldbörse liegt auf einer Heizung
Heizen wird teuer. Eine aktuelle Studie empfiehlt einen erneuten Heizkostenzuschuss 2022 als weitere Entlastungsmaßnahme. (Symbolbild) © IMAGO/Christian Ohde

Durch Heizkostenzuschläge für Wohngeldempfänger sollen vor allem einkommensschwache Haushalte entlastet werden. Die Studie befindet, durch Pauschalzahlungen ginge der Anreiz zum Einsparen von Energie nicht verloren. Aus eben diesem Grund raten die Studienurheber von einem Gaspreisdeckel für den Grundbedarf ab. Sie kommen zu dem Schluss, eine Deckelung würde keinen Anreiz zu Einsparungen mehr bieten. Wenngleich auch Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sich erst kürzlich ebenfalls skeptisch über eine solche Preisobergrenze geäußert hatte, steht diese weiterhin im Raum. Nicht alle Einschätzungen decken sich mit den Schlüssen der Studie. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) fordert etwa eine Energie-Preisdeckelung für kleine und mittlere Firmen.

Wann wird der Heizkostenzuschuss 2022 ausgezahlt? Der erste Heizkostenzuschlag kommt im September

Die Rufe nach einem weiteren Heizkostenzuschuss 2022 sind in Anbetracht der für viele unbezahlbaren Heizkosten kaum zu überhören. Auch die Gas-Umlage von 2,419 Cent pro Kilowattstunde ab Oktober sorgt für steigende Preise. Während über eine Neuauflage des Heizkostenzuschlags debattiert wird, stellen sich viele zur ersten, im Frühjahr festgelegten, Fassung der Maßnahme die noch Frage: Wann wird der Heizkostenzuschuss 2022 ausgezahlt? Die Antwort darauf lautet, dass die Bundesländer individuell darüber entscheiden.

Der bisher beschlossenen Heizkostenzuschuss 2022 soll insbesondere finanziell schlechter gestellte Haushalte unterstützen. Dazu gehören unter anderem Wohngeld-Beziehende und Bafög-Empfänger in Deutschland. Während beispielsweise Bremen und Niedersachsen neben Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen schon im Juli ausgezahlt haben, folgten im August Berlin, Hessen und Schleswig-Holstein. Zu den Änderungen im September 2022 gehört die Auszahlung in Hamburg, dem Saarland und Sachsen. Währen Baden-Württemberg von August bis Ende Oktober überweist, gibt es für Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt noch keine genauen Angaben.

Wohngeld-Heizkostenzuschuss 2022, 29-Euro-Ticket und veränderte Besteuerung bei Lebensmitteln von DIW Econ gefordert

Neben einem Wohngeld-Heizkostenzuschuss 2022 und einem 29-Euro-Ticket empfiehlt DIW Econ noch weitere Maßnahmen. Als sinnvoll hinsichtlich des ökologischen und sozialen Nutzens erachtet das Institut auch eine veränderte Besteuerung bestimmter Nahrungsmittel. Apropos Wohngeld: Hierzu hatte Kanzler Olaf Scholz (SPD) zuletzt eine „große“ Reform verkündet.

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DIW Econ empfiehlt etwa, die Mehrwertsteuer auf pflanzliche Lebensmittel zu senken, während umweltschädliche Nahrungsmittel wie Fleisch stärker steuerlich belastet werden sollen. Das 29-Euro-Ticket halten die Forschenden für sinnvoll, da es Verbraucherinnen und Verbraucher zum einen finanziell entlastet, und zum anderen zum Umstieg vom Auto auf die klimafreundliche Alternative ÖPNV anregt. Klar ist bisher, dass so gut wie noch nichts klar ist. Auch ob es einen weiteren Heizkostenzuschlag für den Winter geben wird, steht noch in den Sternen – geht es nach DIW Econ, ist die Antwort hingegen eindeutig: „ja“.

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