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Nord Stream 1: Russland kündigt Gas-Lieferstopp an – Ukraine stellt Deutschland Pipelines bereit

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Von: Karolin Schäfer

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Vorübergehend soll kein Gas mehr durch die Pipeline Nord Stream 1 fließen – wegen Wartungsarbeiten. Die Ukraine bietet Hilfe an.

Update vom Samstag, 20. August, 09.00 Uhr: Nachdem Russland abermals einen mehrtägigen Lieferstopp von Gas für Deutschland angekündigt hat, hat die Ukraine angeboten, die durch das eigene Land führenden Pipelines für den Transfer zu nutzen. „Die Kapazitäten des ukrainischen Gastransportsystems und der Route durch Polen sind mehr als ausreichend, um die Erfüllung der Lieferverpflichtungen von russischem Gas in europäische Länder sicherzustellen“, teilte der Betreiber des ukrainischen Gasleitungsnetzes mit. Die Alternativroute biete sich „angesichts chronischer Unterbrechungen der Arbeit von Nord Stream 1“ an, hieß es.

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte am Freitag angekündigt, dass die Lieferung über die Pipeline Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten vom 31. August bis 2. September ausgesetzt werden müsse. Russland hat die Menge an Gas, das derzeit durch die Pipeline nach Deutschland fließt, bereits auf 20 Prozent der möglichen Lieferkapazität gedrosselt.

Erstmeldung vom Freitag, 19. August, 18.15 Uhr: Moskau – Wegen Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 1 soll die Versorgung vorerst unterbrochen werden. Der Zeitraum soll sich vom 31. August bis zum 2. September erstrecken. Dies teilte der russische Energieriese Gazprom am Freitag (19. August) mit. Bereits zuvor hatte Russland seine Gaslieferungen stark gedrosselt.

Nord Stream 1
Der russische Staatskonzern Gazprom hat einen mehrtägigen Gas-Lieferstopp angekündigt. (Symbolfoto) © Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Nach den Arbeiten sollen täglich wieder 33 Millionen Kubikmeter Erdgas an die Bundesrepublik geliefert werden, hieß es weiter. Das entspricht den 20 Prozent der täglichen Maximalleistung, auf die Russland die Lieferung schon vor einigen Wochen verringert hatte.

Nord Stream 1: Vorerst fließt kein Gas durch Ostsee-Pipeline

Innerhalb der dreitägigen Wartung müsse die einzige funktionierende Turbine der Kompressorstation Portowaja überprüft und überholt werden, teilte das Unternehmen mit. Das solle gemeinsam mit Spezialisten von Siemens Energy geschehen.

Jährliche Wartungsarbeiten gab es bereits im Juli. Deshalb musste die Pipeline vorübergehend abgeschaltet werden. Angesichts des Ukraine-Kriegs blickten einige voller Sorge auf den zeitweisen Gasstopp. Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) befürchtete damals, dass Russland den Gashahn nicht mehr aufdrehen würde. Nach den zehntägigen Wartungsarbeiten floss dann aber wieder Gas durch die Unterwasserleitungen in der Ostsee.

Nord Stream 1: Deutschland will unabhängig von Russlands Gas werden

Angesichts des andauernden Krieges in der Ukraine plant Deutschland unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu werden. Dementsprechend wird derzeit händeringend nach anderen Erdgas-Lieferanten gesucht, um die Speicher für die bevorstehende Heizperiode zu füllen.

Zuletzt herrschte Verwirrung um den Aufenthaltsort der in Kanada gewartete Turbine für Nord Stream 1. Diese befindet sich weiterhin in Deutschland. (kas mit dpa/AFP)

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