Experten äußern sich 

Nordkoreas Diktator Kim Jong Un: Was steckt hinter dem Ritt auf den heiligen Berg? 

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Kim löst mit Ritt auf heiligen Berg Spekulationen über Wende in Atompolitik aus.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un macht mit medienwirksamen Fotos auf sich aufmerksam. Sie zeigen ihn beim Reiten auf einem heiligen Berg. Was steckt dahinter?

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat mit einem Ritt auf den heiligen Paektu-Berg Spekulationen über eine bevorstehende politische Wende ausgelöst. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete den Ausflug des Staatschefs als "großes Ereignis von gewichtiger Bedeutung". Die Fotos aus Nordkorea erinnern an Bilder von Wladimir Putin. Auch er hatte sich auf einem Pferd ablichten lassen.

Kim Jong-un: Steht eine „große Operation“ bevor?

Schon in der Vergangenheit hatte Kim vor maßgeblichen politischen Entscheidungen den Paektu-Berg erklommen. Der 2750 Meter hohe Vulkan ist bei Süd- und Nordkoreanern heilig. In Nordkorea gilt er zudem als Symbol der Herrscherfamilie.

Laut KCNA zeigten sich Regierungsvertreter davon überzeugt, dass eine "große Operation" bevorstehe, die "weltweites Staunen" auslösen und "die koreanische Revolution voranbringen" werde. Kim habe während seines Ritts auf dem weißen Pferd ein "nobles Funkeln" in den Augen gehabt, schrieb KCNA.

Experten zufolge könnte der von der staatlichen Propaganda mit zahlreichen Bildern begleitete Ritt darauf hindeuten, dass Kim in der Atompolitik eine neue Richtung einschlagen will.

Kim Jong Un reitet durch einen Wald in Nordkorea.

Vor Offensive gegenüber USA: Kim Jong-un bestieg Paektu-Berg

Der Experte Shin Beom Chul vom Asan-Institut für Politikstudien in Seoul wies darauf hin, dass Kim schon in der Vergangenheit im Vorfeld großer politischer Entscheidungen den Paektu-Berg bestiegen habe. 

So war Kim Jong UN im Dezember 2017 auf den Gipfel des Paektu gewandert - kurz vor seiner diplomatischen Offensive gegenüber den USA. Sie führte schließlich zu seinem ersten Gipfeltreffen mit US-Präsident Trump. Die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea kommen allerdings seit Monaten nicht von der Stelle.

Auf weißem Pferd in der Wildnis: Kim Jong-un macht Wladimir Putin Konkurrenz

Paektu-Fotos: Andere Erklärung hinter Bildern

B.R. Myers, Professor an der Dongseo-Universität in Seoul und Experte für nordkoreanische Propaganda, sagte, die Inszenierung Kims auf einem weißen Pferd vor schneebedeckten Gipfeln sei ein imperialistisches Symbol. Es solle zeigen, dass der Anführer die kulturelle und ideologische Reinheit seiner Nation vor äußeren Kräften schütze.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat propagandawirksam auf dem Rücken eines weißen Pferds auf dem höchsten Berg der koreanischen Halbinsel für Fotos posiert.

Nordkorea: Weiter mit Sanktionen belegt

Wegen seines Atomprogramms ist Nordkorea mit internationalen Sanktionen belegt. Erst vor rund zehn Tagen waren neue Atomgespräche zwischen Nordkorea und den USA gescheitert. Kim hatte sich anschließend "tief enttäuscht" gezeigt und den US-Vertretern vorgeworfen, "nichts an den Verhandlungstisch" mitgebracht zu haben. Washington hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

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