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Finnlands Marin erntet nach Party Kritik: „Inkompetenteste Premierministerin, die wir je hatten“

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Von: Andreas Apetz

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Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin fiel schon einmal wegen eines Ausflugs ins Nachleben negativ auf. Nun zeigt ein Video die Politikerin erneut beim Feiern.

Helsinki – Auch Politikerinnen und Politiker haben ein Recht darauf, ihr Leben zu genießen. Was passiert, wenn man damit etwas zu freizügig umgeht, bekommt nun die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin zu spüren. Nach der Veröffentlichung eines privaten Partyvideos wird die 36-Jährige mit Vorwürfen des Drogenkonsums konfrontiert. „Ich habe keine Drogen genommen und habe daher auch kein Problem damit, einen Drogentest zu machen“, wehrt sich Finnlands Regierungschefin.

Auf einem Video, welches in Online-Netzwerken geteilt worden war, ist Marin beim ausgelassenen Feiern mit einer Gruppe von Menschen zu sehen. Die Videos seien privat, sie seien an privaten Orten aufgenommen worden, erklärte Marin. Die Ministerpräsidentin räumte ein, dass auf der Party Alkohol getrunken worden sei. Sie bestritt jedoch Drogen genommen zu haben oder Zeugin von Drogenkonsum geworden zu sein. Hintergrund für die Vorwürfe ist der Begriff „Mehl-Truppe“, der im Video gerufen worden sein soll. Mehl wird häufig als Synonym für Kokain gebraucht.

Ministerpräsidentin auf privater Party: „Ich hoffe, dass das akzeptiert wird“

„Ich habe einen Abend mit Freunden verbracht“, äußert sich Marin öffentlich zum Video. Warum andere von „Mehl“ gesprochen hätten, wisse sie nicht. Mit ihren Freunden, darunter auch eine finnische Influencerin, eine Künstlerin und zwei Moderatorinnen, sei sie nach der privaten Feier noch in zwei Bars weitergezogen. Marin verbringe ihre Freizeit genau wie andere Menschen in ihrem Alter. „Ich hoffe, dass das akzeptiert wird“, sagte Marin dem Sender Yle.

Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin steht wegen eines Partyvideos in der Kritik
Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin steht wegen eines Partyvideos in der Kritik. (Archivfoto) © Mikko Stig/dpa

Aus der eigenen Fraktion gibt es Unterstützung. „Ich sehe kein großes Problem darin, dass sie bei einer privaten Veranstaltung mit Freunden tanzt“, sagte Antti Lindtman, Fraktionsvorsitzender von Marins Sozialdemokratischer Partei (SDP). Was einen möglichen Drogentest betreffe, so sei es Marins Sache, „das zu beurteilen“, fügte er hinzu. Auch die koalierende Zentrumspartei hält den Vorfall für harmlos. In einer Kurzbotschaft am Donnerstag (18. August) erklärte der Fraktionsvorsitzende Mikko Karna auf Twitter, es wäre „klug“, wenn sich Marin einem freiwilligen Drogentest unterzieht.

Sanna Marin: Schon 2021 wegen Party-Ausflug aufgefallen

Kritik gibt es hingegen vor allem auf den sozialen Plattformen. Auf Twitter spricht Talkshowmoderator Aleksi Valavuori der Ministerpräsidentin nach dem Video ihre Führungskompetenz ab: „Einige sagen, sie sei cool – vielleicht unter Teenagern. Aber eine verantwortungsvolle Führerin für ein Land in der Krise? Sie ist mit Abstand die inkompetenteste Premierministerin, die wir je hatten. Bitte nehmen Sie Ihre Lederjacke und treten Sie zurück.“ Viele Nutzerinnen und Nutzern stimmen dem Post in den Kommentaren zu.

Dass die jüngste Ministerpräsidentin Finnlands gerne mal feiert, ist längst bekannt. Sie war bereits vor Auftauchen des Videos wegen in ihrem Amtssitz abgehaltener Partys unter Beschuss geraten. Im Dezember 2021 war bekannt geworden, dass Marin eine Nacht lang durchgetanzt hatte, obwohl sie Kontaktperson eines positiv auf Covid-19 getesteten Menschen war. Laut einer früheren Umfrage des finnischen Fernsehsenders MTV3 beurteilten zwei Drittel der Befragten, den damaligen Party-Ausflug als „schweren Fehler.“ (aa/afp)

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