Pentagon: Störungsfreier Machtwechsel in Nordkorea

Seoul/Washington - Die USA sehen derzeit einen ruhigen Verlauf des Machtwechsels in Nordkorea. Südkorea will nach dem Tod von Nordkoreas Machthaber ausloten, wie die Chancen für neue Gespräche über Pjöngjangs Atompläne stehen.

Nordkorea vollzieht sich nach Einschätzung der USA ein reibungsloser Machtwechsel auf den Sohn des verstorbenen Staatsführers Kim Jong Il, Kim Jong Un. Es seien bisher keine ungewöhnlichen Bewegungen der nordkoreanischen Armee ausgemacht worden, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, George Little, am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Südkorea schickte am Donnerstag seinen Atomunterhändler Lim Sung Nam nach China, um mit Pekings Regierung die Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über Nordkoreas Atomwaffenprogramm zu erörtern.

Nordkoreas Regime treibt unterdessen den Personenkult um Kim Jong Un weiter voran. Die offizielle Zeitung “Rodong Sinmung“ beschrieb den nicht 30-Jährigen als “herausragenden Führer und große Sonne“. Damit will Pjöngjang nach Ansicht von Beobachtern anzeigen, dass eine neue Ära in dem kommunistischen Land begonnen habe.

“Das scheint ein relativ reibungsloser Übergang auf der Halbinsel zu sein, und wir hoffen, das bleibt so“, sagte Little. Die Alarmstufe für die US-Truppen in Südkorea sei nicht erhöht worden. Die US-Streitkräfte haben 28 500 Soldaten im Süden der geteilten koreanischen Halbinsel als Abschreckung gegen Nordkorea stationiert. Deutschland unterstützt Südkorea mit Waffen. In Finnland wurde unterdessen eine Lieferung mit 69 Flugabwehrraketen vom Typ Patriot gestoppt. Es handele sich aber um eine legale Lieferung der Bundesregierung an Südkorea, erklärte das Hauptzollamt Oldenburg.

Nordkoreaner trauern um Kim Jong Il

Nordkoreaner trauern um Kim Jong Il

Die Nachricht vom Tod des langjährigen Alleinherrschers in Nordkorea hatte weltweit Sorgen vor Instabilität ausgelöst. Kim war nach offizieller Darstellung am Samstag im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Seinen Sohn hatte Kim schrittweise auf die Machtübernahme vorbereitet. Im Ausland gilt es aber noch als unklar, inwieweit seine Position gefestigt ist, um sich an der Macht zu halten. Nicht ausgeschlossen wird, dass der Junior während einer Übergangsphase unter anderen von seinem einflussreichen Onkel Jang Song Thaek, der Stellvertreter Kim Jong Ils in der mächtigen Nationalen Verteidigungskommission war, unterstützt wird.

Bei seinen Gesprächen in Peking, darunter der chinesische Korea-Sonderbeauftragter Wu Dawei, wolle Lim auch über die allgemeine Lage auf der koreanischen Halbinsel sprechen, teilte das südkoreanische Außenministerium mit. In den Monaten vor Kims Tod hatte sich Nordkorea mehrfach zu neuen Verhandlungen mit den USA, China, Südkorea, Russland und Japan über sein Atomprogramm bereiterklärt. Kim hatte jedoch Vorbedingungen für die Gespräche abgelehnt, die Nordkorea vor mehr als zwei Jahren abgebrochen hatte. Die USA und Südkorea fordern, dass Nordkorea sichtbare Schritte zum Abbau des Atomprogramms unternimmt, bevor die Sechser-Gespräche fortgesetzt werden könnten.

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak sagte am Donnerstag, Südkorea wolle Nordkorea zeigen, dass es zu seinem Nachbarland nicht feindselig eingestellt sei.

dpa

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