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Nach Missbrauchsvorwürfen: Die Queen entzieht Prinz Andrew die royale Schirmherrschaft

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Von: Jennifer Greve

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Die Queen entzieht Prinz Andrew seine militärischen Dienstgrade und die royale Schirmherrschaft. (Archivbild)
Die Queen entzieht Prinz Andrew seine militärischen Dienstgrade und die royale Schirmherrschaft. (Archivbild) © John Thys/AFP

Queen Elizabeth II. hat ihrem Sohn Prinz Andrew die royale Schirmherrschaft entzogen. Beim anstehenden Gerichtsprozess muss er sich als privater Bürger verteidigen.

London – Die britische Queen Elizabeth II. hat ihrem Sohn Prinz Andrew alle militärischen Dienstgrade und royalen Schirmherrschaften entzogen. Der 61-Jährige steht wegen Missbrauchsvorwürfen in den USA* vor Gericht.

Andrew werde sich in dem Prozess als privater Bürger verteidigen, teilte der Buckingham-Palast in London, Großbritannien*, am Donnerstag (13.01.2022) mit. So hieß es in der offiziellen Mitteilung: „Mit der Zustimmung und dem Einvernehmen der Queen wurden die militärischen Ränge und royalen Schirmherrschaften des Herzogs von York an die Queen zurückgegeben.“

Die Queen entzieht Prinz Andrew vor Missbrauchs-Prozess auch die militärischen Dienstgrade

Klägerin Virginia Giuffre sei als Minderjährige mehrfach von Andrew missbraucht worden, lautet ihr Vorwurf, welcher in einem Zivilverfahren in den USA verhandelt werden soll. Ihrer Angabe nach wurde sie zuvor Opfer eines von dem US-Multimillionär Jeffrey Epstein und seiner Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell aufgebauten Missbrauchsrings. Eine Zeugin brach nun ihr Schweigen - und Prinz Andrew* geriet weiter unter Druck.

In einem Prozess vor einem US-Gericht war Maxwell erst vor kurzem in mehreren Punkten schuldig gesprochen* worden. Sie muss mit einer langen Haftstrafe rechnen. Epstein nahm sich 2019 in Untersuchungshaft das Leben. Andrew streitet alle Vorwürfe kategorisch ab.

Die Anwälte des Prinzen hatten bis vor kurzem gehofft, die Klage noch im Keim ersticken* zu können. Der Richter des New Yorker Gerichts lehnte die vorgebrachten Einwände am Mittwoch ab. Nur eine außergerichtliche Einigung könnte Andrew nun noch vor einem Prozess bewahren.

Die Entscheidung der Queen kommt wenig überraschend. Am Donnerstag hatten mehr als 150 britische Militär-Veteranen die Königin in einem offenen Brief aufgefordert, Prinz Andrew von seinen Rollen im Militär zu entbinden. Grund dafür? Er werde den mit den Dienstgraden verbundenen hohen Standards an ehrenhaftes Verhalten nicht gerecht. „Wäre dies irgendein anderer ranghoher Militäroffizier, wäre es indiskutabel, dass er noch im Amt wäre“, hieß es in dem Schreiben. Der Palast reagierte umgehend. (dpa/jey)

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