Röttgen: Reduzierung der Emissionen um 30 Prozent

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Bundesumweltminister Norbert Röttgen ( CDU) mahnt anlässlich des Weltklimagipfels in Cancún: Europa muss seine Emissionen bis 2020 um 30 Prozent reduzieren.

Düsseldorf/Osnabrück - Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) mahnt anlässlich des Weltklimagipfels in Cancún: Europa muss seine Emissionen bis 2020 um 30 Prozent reduzieren.

“Europa wird seine Führungsrolle im Klimaschutz nur behalten, wenn wir entschlossen voranschreiten und unsere Emissionen bis 2020 um 30 Prozent gegenüber 1990 reduzieren“, sagte Röttgen der Düsseldorfer “Rheinischen Post“ (Montagausgabe) laut Vorabbericht. “Dies ist ein angemessener Beitrag zur Einhaltung des Zwei-Grad-Zieles und zugleich eine strategisch äußerst wichtiger Wachstumsbeitrag.“

In Cancún hatte die Staatengemeinschaft ihr Ziel bekräftigt, einen Anstieg der Erderwärmung um mehr als zwei Grad zu verhindern. Als Vergleich dient das vorindustrielle Zeitalter. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies die Grenze ist, bei der die Folgen des Klimawandels noch einigermaßen beherrschbar sind.

Bisherige Anstrengungen völlig unzureichend

Der ranghöchste Deutsche im Weltklimarat, Ottmar Edenhofer, wertete den Klimagipfel als Fortschritt, warnt jedoch vor zu viel Euphorie. Cancún lasse erwarten, dass die Länder bereit sind nachzulegen, sagte Edenhofer der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montagausgabe) laut Vorabbericht. Von allen Seiten sei ein globales Klimaziel bekräftigt worden - nämlich bis 2100 die Erderwärmung auf maximal zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken. “Das ist nicht viel, aber besser als nichts“, sagte der Chefökonom und stellvertretende Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Hoffnung machten zudem der geplante Grüne Klimafonds und ein Fonds für Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel.

Edenhofer kritisierte, die bisherigen Anstrengungen für einen Stopp der Erderwärmung seien völlig unzureichend. Zum Erreichen des Zwei-Grad-Ziels dürfen nach seinen Angaben noch rund 842 Gigatonnen Kohlendioxid in der Atmosphäre abgelagert werden. “Machen wir so weiter wie bisher, ist das Budget jedoch in 30 Jahren aufgebraucht“, sagte er. Hinzu komme, dass noch rund 12.000 Gigatonnen Kohlenstoff in Form von Kohle, Öl und Gas im Boden lagerten. “Wir müssen es schaffen, den Großteil der Ressourcen im Boden zu lassen. Sie als Brennstoff zu nutzen, wäre unverantwortlich“, sagte Edenhofer.

dapd

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