Runder Tisch: Kritik an Kirche

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Er wird von den Ministerinnen Kristina Schröder (CDU, Familie, r.), Annette Schavan (CDU, Bildung, l.) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP, Justiz, M.) geleitet.

Berlin - Der von der Bundesregierung eingesetzte Runde Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch kommt am Freitag erstmals in Berlin zusammen. Schon vor Beginn wurde Kritik an der Kirche laut.

Vor dem Start des Runden Tisches gegen Missbrauch hat die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung das Recht der Kinder auf gewaltfreie Erziehung unterstrichen. Der Runde Tisch werde über Verjährungsfristen, Führungszeugnisse und eine generelle Anzeigepflicht reden und Präventionskonzepte erarbeiten, sagte die frühere Familienministerin Christine Bergmann (SPD) der “Berliner Zeitung“ (Freitag).

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Nach Ansicht der Vorsitzenden der Jugend- und Familienkonferenz der Länder, Manuela Schwesig (SPD), müssen die Kirchen viel mehr tun, um sexuellen Missbrauch in den eigenen Reihen aufzuklären. Der von der Bundesregierung eingesetzte Runde Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch kommt heute (Freitag) erstmals in Berlin zusammen. Die 61 Teilnehmer wollen über Hilfen für die Opfer beraten und Konzepte zur Vorbeugung entwickeln. Er wird von den Ministerinnen Kristina Schröder (CDU, Familie), Annette Schavan (CDU, Bildung) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP, Justiz) geleitet.

Es gehe keineswegs nur um Vergangenheitsbewältigung, sagte die Missbrauchsbeauftragte Bergmann. “Es geht auch darum zu sagen, was passiert eigentlich heute? Wo braucht es mehr Fortbildung, mehr Beratung, mehr Angebote?“ Die bisherigen Maßnahmen reichten nicht aus. Schwesig, die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern ist, sagte der “Frankfurter Rundschau“ (Freitag), es dürfe bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Kirche “keine Salami-Taktik wie bei Walter Mixa geben“. Der Augsburger Bischof hatte lange abgestritten, als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geohrfeigt zu haben, bevor er jetzt seinen Rücktritt einreichte. “Entweder sie tut endlich alles, um aufzuklären, oder sie bleibt eine Wagenburg“, forderte Schwesig an die Adresse der Kirche.

Die Mehrheit der Deutschen hat sich in einer Umfrage für eine Abschaffung der Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch von Kindern ausgesprochen. In Ostdeutschland lag die Zustimmung mit 90 Prozent noch etwas höher als im Westen mit 86 Prozent. Auch waren Frauen häufiger dafür als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Deutschen Kinderhilfe in Auftrag gegeben Infratest-Umfrage, wie die “Welt“ (Freitag) berichtet. Die Deutsche Kinderhilfe fordert bereits seit längerem die Verlängerung beziehungsweise Abschaffung der Verjährungsfristen bei Kindesmissbrauch.

dpa

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