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Mann will Putin-Gegner mit Glasscherbe verletzen: „Er wollte mich umbringen“

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Von: Nail Akkoyun

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Der russische Menschenrechtsaktivist Igor Kaljapin wurde in Nischni Nowgorod attackiert. (Archivfoto)
Der russische Menschenrechtsaktivist Igor Kaljapin wurde in Nischni Nowgorod attackiert. (Archivfoto) © Yuri Kadobnov/AFP

Der Aktivist Igor Kaljapin wird in Russland von einem unbekannten Mann angegriffen – es ist nicht der erste Überfall auf den Putin-Gegner.

Nischni Nowgorod – In Russland ist der prominente Menschenrechtsaktivist Igor Kaljapin in seiner Wohnung attackiert worden. Der Angreife habe versucht, Kaljapin mit einer Glasscherbe zu erstechen und ihn zu erwürgen. Dies berichtet der russische Menschenrechtsrat, deren Mitglied das Opfer ist. Seine Kollegin Natalja Kurekina sagte der Zeitung Sota, der Angreifer habe sich als Beamter der Stadtpolizei von Nischni Nowgorod vorgestellt.

Zuvor habe man zusammen auf einer Geburtstagsfeier getrunken. „Alles war gut. Dann lud ich ihn zu mir nach Hause ein und er griff mich an, ohne ein Wort zu sagen“, sagte der Aktivist, der nach der Attacke in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. „Er wollte mich umbringen, er wollte mir mit einer Glasscherbe die Kehle durchbohren“, sagte Kaljapin.

Russland: Putin-Gegner Kaljapin wurde schon im Jahr 2016 angegriffen

„Unserem Kollegen gelang es, die Polizei zu rufen, und der Angreifer wurde festgenommen. Die Ermittlungen sind im Gange. Das Opfer befindet sich mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus“, schrieb der russische Menschenrechtsrat auf Telegram. Bislang ist völlig unklar, in welchem Zusammenhang die Tat steht.

Igor Kaljapin erklärte am Donnerstag (25. August) auf Telegram, dass er nicht davon ausgeht, dass der Angriff politisch motiviert gewesen sei. Noch vor dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs gab der Aktivist seinen Vorstandsposten im Komitee gegen Folter auf, etwa fünf Monate später wurde die Organisation aufgelöst, nachdem es vom russischen Justizminister ins Register für sogenannte „ausländische Agenten“ aufgenommen wurde.

Putin-Gegner Kaljapin wurde bereits 2016 attackiert

Bereits 2016 war Kaljapin im tschetschenischen Grosny von maskierten Männern angegriffen worden, als einem Verfahren gegen zwei ukrainische Männer beiwohnen wollte, denen der Kampf gegen russische Streitkräfte im ersten Tschetschenienkrieg vorgeworfen wurde. Der Tschetschenien-Führer Ramsan Kadyrow bezeichnete Igor Kaljapin einst als „Terroristen“ – und die habe man „immer vernichtet“. (nak)

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