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Nawalny in neues Straflager verlegt – Insassen werden „gefoltert und getötet“ 

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Der russische Regime-Gegner Alexej Nawalny meldet sich aus seiner neuen Strafkolonie. Insassen sollen dort schwerste Misshandlungen erfahren.

Moskau – Erst kürzlich hatte Alexej Nawalny mitgeteilt, dass ihm wohl 15 weitere Jahre Haft drohen. Jetzt ist der Kreml-Kritiker nach eigenen Angaben in eine für ihre Härte bekannte Strafkolonie nahe der Stadt Wladimir verlegt worden. „Hallo an alle aus der strengen Strafvollzugs-Zone“, schrieb Nawalny am Mittwoch auf seinem Instagram-Kanal. In das Straflager IK-6 Melechowo sei er am Vortag verlegt worden. Er befinde sich aktuell in Quarantäne und habe „nicht viel zu sagen.“

Nawalny war vor seiner Verlegung in einer Strafkolonie im rund 100 Kilometer von Moskau entfernten Pokrow inhaftiert gewesen. Das Straflager Melechowo liegt nun 250 Kilometer von der russischen Hauptstadt entfernt und ist laut Nawalnys Anhängern „eines der furchteinflößendsten Gefängnisse Russlands.“

Kremlgegner Alexej Nawalny
Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny steht im Moskauer Stadtgericht. Mittlerweile sitzt er eine lange Haftstrafe ab. © DPA/Stadtgericht Moskau

Russland: Zahlreiche Berichte über Misshandlungen in Nawalny-Gefängnis

In der Vergangenheit berichteten zahlreiche Medien über Misshandlungen an Insassen des Straflagers. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch hatte im Mai erklärt, Melechowo sei „berüchtigt dafür, dass seine Insassen gefoltert und getötet werden.“ Nawalny ist der prominenteste Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin und wurde durch die Enthüllung von Korruptionsfällen in Russland bekannt.

Er war im Januar 2021 bei seiner Rückkehr aus Deutschland auf dem Flughafen von Moskau festgenommen worden. Zuvor war er in Berlin wegen einer in Russland erlittenen Vergiftung mit einem Nervengift der Nowitschok-Gruppe behandelt worden, für die er Putin verantwortlich macht. (afp)

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