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Während des Ukraine-Kriegs: Russland und China halten gemeinsame „Wostok“-Manöver ab

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Von: Nail Akkoyun

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Inmitten des Ukraine-Kriegs plant Russland mit dem „Wostok“-Manöver eine Machtdemonstration – unter anderem mit China und Belarus.

Moskau/Peking – Russland hat angekündigt, gemeinsam mit chinesischen Streitkräften umfangreiche Militärübungen durchführen zu wollen. Dadurch solle die Verteidigungsbeziehungen zwischen Moskau und Peking demonstriert werden. Die Übung „Wostok 2022“ („Ost 2022“) soll vom 1. bis zum 7. September an verschiedenen Orten im Osten Russlands sowie im Japanischen Meer stattfinden.

Der Kreml betonte jedoch, dass die Übungen der russischen und chinesischen Marine im Japanischen Meer „rein defensiver“ Natur wären. „Die Übung richtet sich nicht gegen bestimmte Länder oder Militärbündnisse“, hieß es in einer Erklärung. Die Manöver dienen demnach dem „Schutz der Seeverbindungen, der maritimen Wirtschaftsgebiete und zur Unterstützung der Bodentruppen in den Küstengebieten“.

Soldaten aus Russland, China und der Mongolei vor vier Jahren bei der Übung „Wostok-2018“.
Soldaten aus Russland, China und der Mongolei vor vier Jahren bei der Übung „Wostok-2018“. © Mladen Antonov/AFP

„Wostok 2022“: China benachteiligt sich an Manöver mit Russland und Belarusr

Die Kriegssimulationen unter russischer und chinesischer Flagge sind nichts gänzlich Neues, allerdings sorgt auch die Größe der diesjährigen „Wostok“-Auflage für Aufsehen: Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zufolge werden mehr als 50.000 Soldaten und 5000 Waffeneinheiten, darunter 140 Flugzeuge sowie 60 Kriegsschiffe, an den Manövern beteiligt sein. Neben den chinesischen Truppen, deren Ankunft auf Video festgehalten wurde, sollen zudem ehemalige Sowjetstaaten, darunter Belarus, sowie Indien, Laos, die Mongolei, Nicaragua und Syrien teilnehmen.

Ein Militärbündnis zwischen Russland und China schloss zuletzt insbesondere Peking mehrfach aus, allerdings sagte Wladimir Putin, dass sich diese Perspektive künftig auch ändern könnte. Grundsätzlich lassen sich die gemeinsamen Militärübungen jedoch als ein weiteres Anzeichen der immer enger werdenden Beziehung verstehen. Seit Monaten weigert sich China etwa, den Ukraine-Krieg zu verurteilen und behauptete zuletzt sogar, die USA seien der „Hauptverursacher“ des Ukraine-Konflikts.

Enge Beziehung zu China, Ärger mit Japan: Russland will die Kurilen schützen

Die Manöver dienen aber auch dazu, den eigenen Militäreinfluss weiter auszubauen. Denn während Finnland und Schweden an die Nato heranrücken, will Russland mehr Präsenz im Nordpolarmeer und im Arktischen Ozean zeigen. Wie tagesschau.de berichtet, plant Verteidigungsminister Sergei Schoigu dafür unter anderem zwölf neue Militäreinheiten beziehungsweise Militärabteilungen. Im russischen Fokus stehen dabei mitunter die Kurilen im Nordpazifik, die auch von Japan beansprucht werden.

Vor diesem Hintergrund ist es wenig verwunderlich, dass Putin erst letzte Woche eine personelle Aufstockung seiner Armee ab Januar angeordnet hatte. Insgesamt soll die Zahl der zivilen sowie militärischen Kräfte auf mehr als zwei Millionen ansteigen – unklar ist, wie viele Streitkräfte derzeit in der Ukraine stationiert sind. Während der Kreml dazu keine Angaben macht, gehen Expertinnen und Experten von bislang fast 50.000 getöteten Soldaten aus. (nak)

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