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Russischer Ultranationalist Wladimir Schirinowski gestorben - Sogar Putin würdigt den Oppositions-Politiker

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Von: Linus Prien

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Der verstorbene Wladimir Schirinowski und Wladimir Putin.
Wladimir Schirinowski und Wladimir Putin © imago stock&people

Der russische Ultranationalist Wladimir Schirinowski ist gestorben. Auf dem Papier war er Oppositionspolitiker. Er pflegte dennoch ein gutes Verhältnis zu Wladimir Putin.

Moskau - Der russische Ultranationalist Wladimir Schirinowski ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin gab Schirinowskis Tod „nach langer schwerer Krankheit“ am Mittwoch im Onlinedienst Telegram bekannt. Schirinowski hatte sich vor einigen Wochen mit dem Coronavirus* infiziert und sich laut Berichten russischer Medien nicht mehr davon erholt. Ärzte und Spezialisten sollen „bis zum Ende um sein Leben gekämpft“ haben.

Russland: Die Duma würdigte Schirinowski mit einer Schweigeminute

Schirinowski trat mehrfach bei russischen Präsidentschaftswahlen an. Seine Partei ist im Moskauer Parlament sowie auf regionaler und lokaler Ebene vertreten. Obwohl sie offiziell Teil der Opposition ist, unterstützt die Liberaldemokratische Partei Russlands (LDPR) immer wieder Vorhaben der Regierung. Die LDPR erklärte, sein Tod sei ein „Schlag“ für Russland* und für seine Anhänger. Die Abgeordneten würdigten Schirinowski mit einer Schweigeminute in der Duma.

Russland: Schirinowski pflegte ein gutes Verhältnis zu Wladimir Putin

Der russische Präsident Wladimir Putin* würdigte Schirinowski als „erfahrenen Politiker“, der willensstark, aber „offen für Diskussionen“ und ein „brillanter Redner und Polemiker“ gewesen sei. Er habe stets eine „patriotische Position“ vertreten, „und die Interessen Russlands verteidigt“. Schirinowski pflegte als Schein-Oppositioneller ein gutes Verhältnis zu Putin und war zeitweise stellvertretenden Sprecher des russischen Parlaments, welches er auch im Europaparlament vertrat.

Russland: Im Dezember letzten Jahres kündigte Schirinowski an, 2022 werde kein friedliches Jahr

In einer Rede vor dem Parlament im Dezember schien Schirinowski den eskalierenden Ukraine-Konflikt* vorauszusagen: „Dies wird kein friedliches Jahr“, sagte er über das Jahr 2022 und forderte die russische Armee auf, die Ukraine* anzugreifen. „Dies wird ein Jahr, in dem Russland endlich wieder ein großes Land wird und jeder gezwungen sein wird, den Mund zu halten.“ (lp/afp) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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