Russland: Keine Chance für Assad-Rücktritt

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Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Moskau - Russland hat Forderungen des Westens nach einem Machtwechsel in Syrien als sinnlos bezeichnet. Ein freiwilliger Abgang von Präsident Baschar al-Assad sei nicht in Sicht,

Dies sagte Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag dem Radiosender Echo Moskwy. “Dass Präsident Assad irgendwo hingehen soll - dieses Szenario hat von Anfang an nicht funktioniert, ist nicht umsetzbar, weil er nicht abtritt“, sagte Lawrow.

Russland werde auch seine Rüstungsverträge mit Syrien einhalten und weiter Verteidigungssysteme liefern, betonte der Minister. Moskau bestätigte, dass ein Schiff mit russischen Verteidigungsanlagen sowie reparierten Hubschraubern auf dem Weg nach Syrien umkehren musste, nachdem die britische Versicherung dafür abgelaufen sei.

Russland glaubt: Assad hat Hälfte der Bevölkerung hinter sich

Außenminister Lawrow forderte einen Abzug der Truppen von Regierung und Opposition aus bewohnten syrischen Gebieten sowie einen politischen Dialog. Zugleich wies er Berichte zurück, wonach Russland seine Syrienposition geändert habe. Vielmehr werde die Vetomacht im Weltsicherheitsrat auch künftig verhindern, dass es wie in Libyen eine militärische Einmischung von außen gebe. “Das garantieren wir.“

Russland geht nach Angaben des Ministers davon aus, dass Assad “mindestens die Hälfte der Syrer“ noch auf seiner Seite hat. Assads Beraterin Buthaina Schaaban bezeichnete bei einem Besuch in Moskau Lawrow und Kremlchef Wladimir Putin als Ehrenbürger Syriens.

Der Boulevardzeitung “MK“ sagte sie, dass die syrische Führung nur mit den Teilen der Opposition Gespräche führe, die nicht bewaffnet seien. “Was die Perspektiven der Lage in Syrien angeht, so ist es sehr schwer, das einzuschätzen“, räumte Schaaban ein.

dpa

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