Sarrazin: Integrationsprobleme haben kulturelle Ursachen

+
Der ehemalige Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin

Frankfurt - Thilo Sarrazin verfolgt das Echo auf seine umstrittenen Thesen zur Migration und Genetik mit einer gewissen Sorge. Unterdessen legte er mit seinen provokativen Thesen nach.

Die sehr emotionale Zustimmung in der Bevölkerung richte ihn angesichts der heftigen Angriffe auf sein Buch durchaus auf, “aber die Intensität der positiven Emotionen beunruhigt mich auch etwas“, sagte Sarrazin in einem Gespräch mit der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Seine Analyse habe wohl einen Nerv getroffen, sagte der Sozialdemokrat. Die Frage, ob sein Buch “Deutschland schafft sich ab“ nicht den Rechtsradikalen in die Hände arbeite, sei “völlig berechtigt“. Man dürfe sich aber “weder die richtigen Fragen noch die Suche nach richtigen Antworten aus der falschen Ecke diktieren lassen“. Der 65-Jährige bekräftige seine Thesen zur Vererbbarkeit der Intelligenz.

Sarrazin: Der Provokateur redet Klartext

Sarrazin: Der Provokateur redet Klartext

Die Integrationsprobleme muslimischer Migranten hätten aus seiner Sicht vorrangig kulturelle Ursachen, sagte Sarrazin zwar. Ansonsten sei es aber der Stand der Intelligenzforschung, dass insbesondere Hochbegabte vorwiegend aus der Oberschicht und der oberen Mittelschicht stammten. Er sei nach wie vor überzeugt davon, dass jeder Mensch angeborene Grenzen der Bildungsfähigkeit habe - “und die sind unterschiedlich“.

Das Gespräch wurde am letzten Tag Sarrazins bei der Bundesbank geführt. Zum 30. September ist der 65-Jährige aus dem Vorstand der Notenbank ausgeschieden. Der SPD-Vorstand hat ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn eingeleitet.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare