"Danke, Frau Ribbentrop"

Nazi-Hass-Attacke auf Merkels Facebook-Seite

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"Danke Frau Ribbentrop", haben zehntausende User auf die Facebook-Seite von Kanzlerin Angela Merkel gespamt.

Berlin - Weil Kanzlerin Merkel mit Russlands Präsident Putin einen Dialog zwischen der Ukraine und den Separatisten gefordert hat, wurde sie bei Facebook zum Ziel von Nazi-Hass-Kommentaren von pro-ukrainischen Kräften.

Mit zehntausenden Einträgen wird die Facebook-Seite der Kanzlerin aktuell geflutet. "Danke Frau Ribbentrop", ist da zu lesen. Und zwar, wie im Fall des Fotos, das Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem WM-Finale mit der DFB-Elf zeigt, fast 40.000 mal.   

Was soll das bedeuten? Zur Erklärung: Joachim von Ribbentrop war von 1938 bis 1945, Nazi-Außenminister (1946 hingerichtet). In seinem Amt fädelte er den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt zwischen den Diktatoren Hitler und Stalin ein.

Und wo ist die Verbindung zur Kanzlerin? Der Hintergrund: Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin haben vor Beginn des WM-Endspiels in Rio de Janeiro über die Lage in der Ostukraine gesprochen. Dabei forderten beide die Konfliktparteien in der Ukraine zum Dialog auf. Sie seien sich einig gewesen, dass "möglichst bald direkte Gespräche zwischen der ukrainischen Regierung und den Separatisten in Form einer Videokonferenz aufgenommen werden sollen", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. In der Folge des Treffens zwischen Merkel und Putin haben fanatische, pro-ukrainische Kreise, die jeden Dialog mit den Separatisten ablehnen, zur Spam-Attacke auf die Facebook-Seite der Kanzlerin aufgerufen.

Prompt waren solche Aufrufe im Netz zu lesen: "Weil Frau Angela Merkel die ukrainische Regierung zum Dialog mit Terroristen aufgefordert hat, haben die Ukrainer einen Flashmob organisiert. Sie schreiben hier 'Danke Frau Ribbentrop!' als Andeutung an einen Pakt vom 1939 zwischen UDSSR und nazistischem Deutschland. Dort sind schon 21.000 ähnliche Mitteilungen. Bitte mitdanken, flashmobben und mitsharen!"

Die Menge der Spam-Einträge ist so massiv . dass die Online-Redaktion der CDU selbst einen Hinweis auf die Merkel-Seite gesetzt hat. Wörtlich heißt es da:

Liebe Fans der Angela Merkel-Seite,

auf dieser Seite gibt es zurzeit einen Spam-Angriff, der alle Beiträge mit bestimmten Kommentaren flutet.

Wir bedauern, dass dadurch andere Kommentare, die sich auf die einzelnen Beiträge beziehen, in der Masse der Kommentare untergehen.

Auch für diesen Spam gilt, was in unserer Netiquette steht: Wir freuen uns über sachliche und konstruktive Beiträge auf dieser Seite. Wir behalten uns aber vor, Beiträge zu löschen, die gegen geltendes Recht verstoßen oder etwa Beleidigungen, Verleumdungen, Rassismus oder politischen Extremismus enthalten."

js

   

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