Terrorgruppe Boko Haram will Allianz mit IS in Nahost

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Terror der Boko Haram in Nigeria: Die Islamistenmiliz will sich mit der Terrororganisation Islamischer Staat verbünden. Foto: str/Archiv

Abuja (dpa) - Die nigerianische Islamistengruppe Boko Haram hat sich dem selbsternannten Kalifen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, unterstellt.

"Wir versprechen unsere Gefolgschaft und werden in schwierigen sowie in guten Zeiten Gehorsam üben", sagte der Anführer der Boko Haram, Abubakar Shekau, in einer Audiobotschaft. Er rief alle Muslime der Welt auf, sich dem Bündnis anzuschließen.

Der IS beherrscht in Syrien und im Irak ein Gebiet von der Größe Italiens; die Boko Haram terrorisiert in Nordnigeria Gebiete im Gesamtumfange Belgiens. Beide wollen einen islamischen Gottesstaat errichten, dem sich alle zu unterwerfen haben. Boko Haram hat seit 2009 mehr als 13 000 Menschen getötet.

In seiner achtminütigen Botschaft sprach Shekau in Arabisch, der Sprache des Propheten Mohammed und des Korans. Die Botschaft wurde am Sonntag im Internet mit englischer und französischer Übersetzung verbreitet.

Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Norden Nigerias und verübt zunehmend Anschläge auch in den Nachbarländern Kamerun und Tschad. Zuletzt musste die Sunnitenmiliz aber militärisch schwere Rückschläge hinnehmen. Dem nigerianischen Militär war es mit Hilfe von Truppen aus Nachbarländern gelungen, die Fundamentalisten aus von ihnen beherrschten Gebieten zurückzudrängen.

Experten erwarten, dass sich Boko Haram ein Vorbild an der Schreckensherrschaft der IS-Islamisten im Irak und Syrien nimmt. Die Berichte über Massenhinrichtungen von Andersgläubigen, zu Propagandazwecken gefilmten Enthauptungen und versklavten Mädchen und Frauen gleichen sich. Dabei passt sich Boko Haram auch im Stil ihrem arabischen Vorbild an.

US-Medien hatten im Februar unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, dass Emissäre des IS nach Nigeria gereist seien, um über eine Allianz mit Boko Haram zu verhandeln. Die nigerianische Gruppe soll auch Kontakte zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern haben.

Erst am Samstag hatten mutmaßliche Mitglieder der Boko Haram erneut mehrere schwere Anschläge mit Dutzenden Toten verübt. Bei drei Bombenangriffen auf zwei Märkten und einem Busbahnhof in der nördlichen Metropole Maiduguri seien 58 Menschen getötet worden, zitierte die Nachrichtenagentur NAN den Polizeichef Clement Adoda. Weitere 139 Menschen seien verletzt worden. 

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