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„Putins Postergirl“ geschasst: Kreml hat neue Pläne für Natalja Poklonskaja

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Von: Markus Hofstetter

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Kurz nachdem Putin seine Lieblingsjuristin Natalja Poklonskaja gefeuert hat, hat sie schon einen neue Posten. Doch sie wird sich gewaltig umstellen müssen.

Moskau - Nach Russlands Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim im Jahr 2014 wurde sie schlagartig berühmt: Natalja Poklonskaja. Obwohl sie in der Ukraine geboren wurde, erwies sie Waldimir Putin zunächst als Generalstaatsanwältin der Krim treue Dienste. Während sich die nun 42-Jährige in Russland großer Beliebtheit erfreute, wurde sie in der Ukraine sie als Verräterin beschimpft.

Wegen ihres Aussehens wurde sie sogar „Putins Postergirl“ genannt. Später war sie zwischenzeitlich Abgeordnete des russischen Parlaments und Botschafterin im afrikanischen Kap Verde.

Natalja Poklonskaja
Von Natalja Poklonskaja wird in Zukunft nicht mehr viel zu hören sein (Archivfoto) © Kremlin Pool/via imago

„Putins Postergirl“ kritisiert Ukraine-Konflikt: Kreml-Chef entlässt Poklonskaja per Dekret

Doch der Ukraine-Konflikt hat das Blatt gewendet. Poklonskaja hat den Groll des Kremls auf sich gezogen, als sie sich kritisch über den Ukraine-Krieg geäußert hat. Sie bezeichnete Russlands Einmarsch in das Nachbarland unter anderem als eine „Katastrophe“. Putin hat darauf die prominente Juristin aus dem Staatsdienst entlassen. Per Dekret entzog er ihr am Montag (13. Juni) ihren Posten als stellvertretende Leiterin von Rossotrudnitschestwo. Dabei handelt es sich um eine ans russische Außenministerium angegliederte Organisation, die sich unter anderem für Russlands Interessen in anderen Ex-Sowjetstaaten einsetzt.

Doch Poklonskaja scheint bereits einen neuen Job zu haben, sie wurde zur Beraterin des russischen Generalstaatsanwalts Igor Krasnow ernannt. Das berichtet sie laut Ntv.de auf Telegram und der russischen Plattform VKontakte. Bestätigt wurde dies von der russischen Nachrichtenagentur Tass.

„Putins Postergirl“ kritisiert Ukraine-Konflikt: Sie wird öffentliche Tätigkeit einstellen

„Ich weiß, dass es viele Glückwünsche geben wird - ich danke allen im Voraus für ihre Unterstützung und ihr Interesse an meinem Dienst“, schrieb Poklonskaja demnach. Sie werde die vom russischen Generalstaatsanwalt gemäß dem föderalen Gesetz „Über die Staatsanwaltschaft der Russischen Föderation“ festgelegten Aufgaben wahrnehmen und in diesem Zusammenhang ihre öffentliche Tätigkeit einstellen, um sich auf die Erfüllung ihrer Aufgaben zu konzentrieren. „Ich möchte die Medien darüber informieren, dass die Pressestelle der Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation für Kommentare zur Verfügung steht.“

Das ist untypisch für Poklonskaja. Denn in der Vergangenheit hat sie immer wieder gegenüber Medien zu verschiedenen politischen und sozialen Themen geäußert. Zudem verbreitete sie auch in den sozialen Medien ihre Meinung, allein auf Instagram hat sie über 216.000 Follower.

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