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Abhängig von russischem Gas und hohe Spritpreise: Wie lässt sich während des Ukraine-Kriegs Energie sparen?

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Von: Luisa Billmayer

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Der Ukraine-Krieg treibt die Spritpreise in die Höhe. Wie kann Deutschland kurzfristig und auf Dauer darauf reagieren?
Der Ukraine-Krieg treibt die Spritpreise in die Höhe. Wie kann Deutschland sofort und auf Dauer reagieren? © Shotshop/YAY Images/IMAGO (Montage: Litzka)

Deutschlands Politik will hohe Energiekosten möglichst schnell wieder senken. Wir haben analysiert, wie in der eigenen Wohnung und auf der Autobahn kurzfristig Gas und Sprit gespart werden kann.

Fast drei von vier Haushalten in Deutschland heizen mit Gas oder Öl, wie eine Studie des Wirtschaftsministeriums zeigt. Einen Großteil der Energieträger importiert Deutschland aus Russland. Im andauernden Ukraine-Konflikt* wird diese Abhängigkeit von russischen Ressourcen hinterfragt und stark kritisiert.

Russisches Öl und Gas: Wie lässt sich zu Hause Energie sparen?

Im Schnitt hat es in Gebäuden in Europa 22 Grad Celsius, das berichtet die Internationale Energieagentur IEA. Beim Heizen von Räumen spart dem Naturschutzbund (Nabu) zufolge jedes Grad weniger rund sechs Prozent Energie. Auch das Fraunhofer-Institut geht von Einsparungen in diesem Rahmen aus. „Die Räume um ein Grad weniger zu heizen, bedeutet sechs bis sieben Prozent weniger Gas zu verbrauchen“, erklärte Energiespezialist des Fraunhofer-Instituts für solare Energie, Bruno Burger gegenüber Correctiv. „Bei drei Grad sparen wir also 20 Prozent ein, das ist enorm.“

Energie sparen während des Ukraine-Kriegs: Umweltamt empfiehlt maximal 20 °C im Wohnzimmer

Wer die Thermostate in der Wohnung etwas zurückdreht, kann also einiges an Energie und damit auch Geld sparen. Das Bundesumweltamt empfiehlt übrigens, Wohnräume ohnehin nicht wärmer als 20 Grad zu heizen. Folgende Temperaturen schlägt die Behörde vor:

Steigende Spritpreise: Langsameres Fahren senkt die Kosten

Der russische Krieg gegen die Ukraine und die Reaktionen der Mineralölkonzerne haben massive Auswirkungen auf den Kraftstoffmarkt. Laut dem Vergleichsportal Benzinpreis Aktuell ist der Preis für einen Liter Benzin seit dem Einmarsch russischer Truppen von 1,80 (24. Februar) auf 2,20 Euro (15. März) gestiegen. Der Literpreis für Diesel kletterte im gleichen Zeitraum von 1,70 auf 2,30 Euro. Um den Verbrauch und damit die Kosten zu senken, forderte Greenpeace Tempolimits einzuführen. Die Umweltorganisation hatte vorgeschlagen, auf Landstraßen die Geschwindigkeit auf 80 Kilometer pro Stunde zu begrenzen, auf Autobahnen auf 100 km/h. Die folgende Tabelle zeigt, dass bei reduzierten Geschwindigkeiten deutlich Sprit und damit Kosten gespart werden können. Laut ADAC verbraucht ein Mittelklassewagen bei 160 km/h rund 10 Liter pro 100 km, bei 100 km/h nur 6,5. Vor allem bei hohen Spritpreisen geht schnelles Fahren also ins Geld.

Aktuelle Karten und Grafiken

In einem Sammelartikel bündeln wir täglich neue Visualisierungen und Karten zum Ukraine-Krieg und der aktuellen Lage.

Kraftstoffe für Autos und Lastwagen werden aus Rohöl hergestellt. Auch das stammt häufig aus Russland. Wirtschaftsminister Robert Habeck* nannte am 24. Februar konkrete Zahlen zur Einfuhr: „Wir haben einen Import von 55 Prozent Gas, 50 Prozent Kohle und 35 Prozent Öl aus Russland.“ Diese Abhängigkeit wird angesichts des Krieges, den Russlands Präsident Wladimir Putin gegen die Ukraine führt, stark infrage gestellt.

Deutschland importiert vor allem russisches Gas und Kohle

„Wir wissen, dass wir uns in den letzten 20 Jahren in eine immer größere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten aus Russland hineinmanövriert haben“, stellte Robert Habeck am 8. März während eines Pressetermins klar. Das sei kein guter Zustand. Alle Anstrengungen der Bundesregierung liefen nun darauf hinaus, „diese Abhängigkeit so schnell wie möglich zu reduzieren“. Um alternative Energiequellen zu gewinnen, reiste der Minister am 16. März für Gespräche mit Energieunternehmen nach Norwegen.
Von Luisa Billmayer. *FR.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Unsere Daten, Quellen und Methoden

Die Daten für unsere Grafiken stammen aus unterschiedlichen Quellen: Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und das Fraunhofer-Institut für Solarenergie stellen Angaben zum Energieverbrauch beim Heizen bereit. Die Spritpreisentwicklung dokumentiert Benzinpreis Aktuell. Unsere Berechnungen zum Kraftstoffverbrauch basieren auf Angaben des ADAC. Behörden wie das Bundeswirtschaftsministerium und die Internationale Energieagentur IEA veröffentlichen offizielle Zahlen zu Energieimporten.

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