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AKW Saporischschja erneut vom Netz genommen

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Von: Constantin Hoppe, Christian Weihrauch

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Das AKW Saporischschja ist erneut vom Netz genommen worden.

Update vom Samstag, 3. September, 18.40 Uhr: Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist erneut vom Netz genommen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur afp. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte am Samstag mit, die Verbindung zwischen der letzten verbleibenden Hauptstromleitung des Kraftwerks und dem Versorgungsnetz sei unterbrochen worden. Die IAEA sei „heute vor Ort“ darüber informiert worden, dass die Anlage weiter Strom über eine Reserveleitung liefere. 

Erstmeldung vom Samstag, 3. September, 10.52 Uhr: Wien/Kiew – Internationale Experten bangen um die Sicherheit des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja, nachdem diese erstmals im Verlauf des Ukraine-Konflikts dieses besuchen durften. Ein Inspektoren-Team soll nun dauerhaft vor Ort bleiben.

Die „physische Integrität“ sei „verletzt“ worden, sagte der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Rafael Grossi, nach der Inspektion des Kraftwerks im Süden der Ukraine. Seine größte Sorge bleibe, dass das AKW durch weiteren Beschuss schwer beschädigt werden könnte. Zwar seien Schäden offenkundig und inakzeptabel, aber wichtige Sicherheitselemente wie die Stromversorgung des Kraftwerks funktionierten.

Ukraine-Krieg - Internationale Atomenergiebehörde
 Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja . © Victor/dpa

AKW Saporischschja: Zustimmung der Ukraine und Russlands – IAEA-Experten bleiben

Vertreter der IAEA sind seit dem 1. September vor Ort, um das AKW auf mögliche Schäden nach wochenlangem Beschuss zu untersuchen. Er habe nicht den Eindruck, dass die russischen Besatzer etwas verborgen haben. „Wir haben alles gesehen, was ich sehen wollte“, sagte Grossi. Ein entscheidender Unterschied zu vorher sei auch, dass er nun aus eigenen Quellen erfahre, was vor Ort passiere.

Grossi betonte zudem, dass er die Mission als dauerhaft ansehe: Zwar reisten am Freitag bereits ein Teil der Inspektoren ab, sechs Mitarbeiter der IAEA blieben jedoch vorerst vor Ort. Zwei Experten sollen auf Dauer die Situation am AKW Saporischschja bewerten. „Die IAEA ist da, um so lange wie nötig zu bleiben“, so Grossi. Dazu gebe es aktuell die Zustimmung der Ukraine und Russlands. Dass sich die Dinge ändern könnten, sei ihm klar. Am meisten sorge ihn derzeit, dass das Kriegsgeschehen rund um das Kraftwerk an Intensität zunehme.

AKW Saporischschja: Weiterhin professionelle Beziehungen zwischen ukrainischem und russischem Personal

Noch während die Inspektoren vor Ort waren, hat die Ukraine nach eigenen Angaben unweit des Atomkraftwerks Saporischschja russische Artilleriepositionen beschossen. Die russischen Besatzer haben nach Angaben der ukrainischen Regierung in Kiew vor dem Eintreffen der Expertengruppe der IAEA alle Militärtechnik von dem AKW-Gelände entfernt und in benachbarte Orte verlegt. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Russland hatte stets behauptet, auf dem Kraftwerksgelände keine schweren Waffen stationiert zu haben.

Nach seiner Rückkehr nach Wien sagte Grossi, es sei „bewundernswert“, dass das ukrainische technische Personal weiter daran arbeite, die Anlage am Laufen zu halten – zwei der sechs Reaktoren sind noch in Betrieb – und professionelle Beziehungen zu ihren russischen Kollegen pflege. Allerdings gebe es auch Spannungen. Grossi hofft, dass die Anwesenheit der IAEO dazu beitragen wird, die Situation vor Ort zu „stabilisieren“. (con/chw mit dpa)

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