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Nord Stream-Turbine gegen „Volksaufstände“: Baerbocks diplomatischer Coup

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Von: Lucas Maier

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Baerbock steht Rede und Antwort: Volksaufstände in Deutschland als Argument für die Turbine aus Montreal.
Baerbock steht Rede und Antwort: Volksaufstände in Deutschland als Argument für die Turbine aus Montreal. (Screenshot) © Screenshot RND

Volksaufstände in Deutschland als Argument für die Lieferung einer Turbine aus Kanada. Außenministerin Baerbock lässt hinter die Vorhänge der Diplomatie blicken.

Hannover – Kein Gas aus Russland würde für Deutschland aktuell schlimme Folgen haben. Die trotz Sanktionen gelieferte Turbine aus Kanda soll die Versorgung weiterhin gewährleisten.

Wie drastisch der Gas-Stopp in Folge des Ukraine-Krieges für die deutsche Bevölkerung wirklich sein könnte, zeigte zuletzt die Beschreibung von Annalena Baerbock (Grüne). In den Verhandlungen mit Kanada habe die Außenministerin auch mit der Gefahr von „Volksaufständen“ in Deutschland für eine Lieferung der Turbine argumentiert, das gab die Politikerin in der Talkshow „RND vor Ort“ preis.

Baerbock und der Ukraine-Krieg: Diplomatisches Geschick hat die Lieferung möglich gemacht

Die Turbine war zur Wartung nach Montreal geschickt worden. Aufgrund der Sanktionen gegen Russland war ein Rücktransport vorerst nicht möglich. Erst nach diplomatischen Anstrengungen wurde die Turbine ausgeliefert.

Russland hatte eine Verringerung der Auslastung der Gas-Pipeline „Nord Stream 1“ mit dem Fehlen der Turbine argumentiert. Im Format des Redaktionsnetzwerks Deutschland ließ Baerbock durchsickern, dass die Bundesregierung in der Verhandlung auch mit der innenpolitischen Lage in Deutschland argumentiert hat.

Energie aus Russland: Bei einem Gas-Stopp würden Volksaufstände drohen

„Wenn wir die Gasturbine nicht bekommen, dann bekommen wir kein Gas mehr, und dann können wir überhaupt keine Unterstützung für die Ukraine mehr leisten, weil wir dann mit Volksaufständen beschäftigt sind“, sagte die 41-Jährige in der Talkshow wörtlich, und weiter: „Das ist Teil von Diplomatie.“

Die Ministerin machte deutlich, dass Deutschland auch weiterhin auf Gas aus Russland angewiesen sei. Für viele Menschen seien die hohen Preise für Gas eine große Belastung.

Regierung sorgt vor: Baerbock spricht von „wichtige Aufgabe für den Winter“

Die Regierung habe sich dazu entschieden Kohlekraftwerke, die eigentlich vom Netz gehen sollten, für den Winter in Reserve zu halten. „Das ist unsere wichtige Aufgabe für den Winter, wir müssen dafür sorgen, dass dieser Krieg nicht zu einer Spaltung der Gesellschaft führt“, wird die Außenministerin von der Welt zitiert.

Die sozialen Auswirkungen müssten von der Bundesregierung abgefedert werden, das sei die Aufgabe der Regierung, so Baerbock. Als „vielleicht etwas überspitzt“ rückte die Ministerin ihre Aussage zu den drohenden Volksaufständen in Deutschland auf Rückfrage gerade. (Lucas Maier)

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