Neuer Staatspräsident

Ukraine: Poroschenko will "Krieg und Chaos" beenden

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Petro Poroschenko.

Kiew - Der künftige Staatspräsident der Ukraine, Petro Poroschenko, will das Land rasch aus der politischen Krise führen.

Nach der Veröffentlichung von Nachwahlbefragungen am Sonntagabend, wonach Poroschenko fast 56 Prozent der Stimmen erhielt, kündigte er an, den "Krieg" mit den prorussischen Separatisten im Osten beenden und die Ukraine Richtung Europa führen zu wollen. Boxweltmeister Vitali Klitschko dürfte Bürgermeister von Kiew werden.

Seine Priorität sei es, "den Krieg und das Chaos zu beenden" und Frieden in eine "vereinte und freie Ukraine zu bringen", sagte der 48-jährige Poroschenko am Sonntagabend nach Schließung der Wahllokale. Er kündigte an, als erstes in das Donezbecken im Osten des Landes zu reisen, wo bewaffnete prorussische Separatisten seit Wochen gegen die Übergangsregierung in Kiew kämpfen.

Zum Verhältnis mit Moskau sagte der angehende Staatschef, die Ukraine habe eine "lange Liste mit Problemen", die es mit der Führung im Nachbarland zu diskutieren gebe. Es gebe aber "Formate" für Verhandlungen, um die bestehenden Probleme mit Moskau zu lösen.

Die Wahl vom Sonntag war die erste landesweite Abstimmung seit dem Sturz des prorussischen Staatschefs Viktor Janukowitsch im Februar. Insgesamt standen 19 Präsidentschaftskandidaten zur Wahl. Die frühere Regierungschefin und Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko landete den Nachwahlbefragungen von drei ukrainischen Instituten zufolge mit 12,9 Prozent auf Platz zwei. Andere Kandidaten kamen nicht über zehn Prozent.

Poroschenko hatte sich als einziger Oligarch des Landes von Anfang an offen hinter die proeuropäische Maidan-Bewegung gestellt und war ihr wichtigster Geldgeber. Einer Schätzung des US-Magazins "Forbes" zufolge beläuft sich das Vermögen des "Schokoladenbaron" genannten Poroschenko auf umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro. Am Sonntagabend sagte er dann, er werde einen Berater engagieren, der ihm dabei helfen solle, sein Geschäftsvermögen loszuwerden, um nicht in Interessenkonflikte zu geraten und Korruptionsvorwürfen vorzubeugen.

Mehr als 36 Millionen Wahlberechtigte waren am Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen. Im Osten des Landes war die Wahl wegen Einschüchterungsversuchen und Boykotten prorussischer Separatisten vielfach nicht möglich. In der Rebellenhochburg Donezk blieben alle Wahllokale geschlossen. Nach offiziellen Angaben standen in der gesamten Region kaum mehr als 400 von 2430 Wahllokalen offen. Auch in Lugansk konnte nur jeder sechste der 1,8 Millionen Wahlberechtigten seine Stimme abgeben.

US-Präsident Barack Obama lobte vor diesem Hintergrund den Mut der Ukrainer. "Trotz Provokationen und Gewalt sind Millionen Ukrainer im ganzen Land zur Wahl gegangen", erklärte Obama laut dem Weißen Haus in Washington, "sogar in Teilen der Ostukraine". Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte seinerseits, "die große Mehrheit der Ukrainer wünscht sich Einheit und keine Abspaltung". Es sei aber "bedauerlich, dass viele ihre Stimme nicht abgeben konnten".

Boxweltmeister Klitschko gewann indes Prognosen zufolge die Wahl zum Bürgermeister von Kiew. Nach einer Nachwahlbefragung kam der 42-Jährige auf mehr als 57 Prozent der Stimmen. Poroschenko gratulierte Klitschko zur Wahl. Dieser schrieb in einem Beitrag für die "Bild"-Zeitung vom Montag, er sei "überwältigt von dem Vertrauen", das ihm entgegen gebracht worden sei. Für ihn gehe "ein Traum in Erfüllung", schrieb Klitschko.

AFP

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