Umfrage: Bei Präsidentenwahl muss Putin zittern

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Die Umfragewerte von Russlands Premierminister Wladimier Putin sind deutlich gesunken.

Moskau - Nach den jüngsten Massenprotesten in Russland muss Regierungschef Wladimir Putin bei der Präsidentenwahl am 4. März 2012 wegen gesunkener Sympathiewerte um einen klaren Sieg bangen.

Putin würde die Abstimmung laut einer aktuellen Umfrage mit 42 Prozent deutlich gewinnen, müsste aber in eine zweite Runde gegen den Kommunistenchef Gennadi Sjuganow (11 Prozent) - und damit erstmals in eine Stichwahl. Putin-Sprecher Dmitri Peskow sprach am Freitag von einer “Momentaufnahme“. An diesem Samstag wollen in Russland erneut Tausende gegen Fälschungen bei der Duma-Wahl protestieren.

Putins Umfragewerte seien eine Folge der Betrugsvorwürfe nach der Parlamentswahl am 4. Dezember und der folgenden Kundgebungen, sagte der Chef des staatlichen Meinungsforschungsinstituts Wziom, Waleri Fjodorow. “Das Wahlergebnis wird davon abhängen, wie Putin in den kommenden elf Wochen seine Wahlkampagne gestaltet.“

Protestaktion vor dem Kreml gegen Putin

Protestaktion vor dem Kreml gegen Putin

Der Politologe Stanislaw Belkowski prophezeite dem Regierungschef einen “bitteren Gang“ in die Stichwahl. “Ein überragender Sieg in der ersten Runde kann eigentlich nur durch Fälschungen zustande kommen“, sagte er der Agentur Interfax. Dagegen sagte Putins Sprecher Peskow, die guten Quoten der TV-Fragestunde am Vortag hätten gezeigt, dass das Interesse am Regierungschef weiter sehr hoch sei. Nach Angaben des Staatsfernsehens hatten allein in der Hauptstadt 37,45 Prozent der Zuschauer Putins viereinhalb Stunden langen alljährlichen “Heißen Draht“ verfolgt - und damit so viele wie nie zuvor.

dpa

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