Umfrage: Sarkozy kaum glaubwürdig

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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wird von seinen Landsleuten als nicht glaubwürdig in seinem letzten Fernsehinterview bewertet.

Paris - Der französische Präsident Nicolas Sarkozy ist mit seinem Fernsehauftritt zur Spendenaffäre und Rentenreform bei den Franzosen nicht besonders gut angekommen. Sie fanden ihn nicht glaubwürdig.

57 Prozent hätten Sarkozy insgesamt “nicht überzeugend“ gefunden, hieß es in einer Umfrage des Instituts CSA für die Tageszeitung “Le Parisien“ (Mittwoch). Dies sei sein schlechtestes Ergebnis seit Bewertung seiner Fernsehinterviews, sagte CSA-Chef Jean-Daniel Lévy. Besonders unglaubwürdig wirkte Sarkozy mit seinen Äußerungen über die Spendenaffäre: 62 Prozent der Befragten fanden ihn “nicht überzeugend“, bei der Rentenreform schnitt der Präsident mit 53 Prozent nicht ganz so schlecht ab. Die Meinungsforscher begründen diesen Misserfolg mit dem allgemeinen Popularitätstief des Präsidenten. Sein Wort habe kein Gewicht mehr, die Franzosen hätten ihr Vertrauen in ihn verloren, hieß es.

Sarkozy hatte bei dem Interview Vorwürfe zurückgewiesen, er habe von der reichsten Frau Frankreichs illegale Geldgeschenke zur Finanzierung seines Wahlkampfs angenommen. Es war das erste Mal, dass sich Sarkozy öffentlich zu der Spendenaffäre äußerte, die seit Wochen die politische Führung in Frankreich erschüttert. Schlechter als Sarkozy hat nur sein Vorgänger im Élysée-Palast Jacques Chirac abgeschnitten, der im Frühjahr 2006 bei einem Fernsehauftritt nur 27 Prozent der Franzosen überzeugt hatte.

dpa

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